Fakten statt Ideologie beim Ortsbus
Wer an ineffizienten Prestigeprojekten festhält, blockiert echte Verbesserungen für jene Menschen, die Unterstützung wirklich brauchen.

Die GRÜNEN versuchen einmal mehr, ideologisch aufgeladene Standpunkte als verantwortungsvolle Verkehrspolitik zu verkaufen. Sie zeichnen das Bild eines angeblichen sozialen und klimapolitischen Kahlschlags, falls der Ortsbus eingestellt wird, und fordern trotzig: „Der Ortsbus muss bleiben!“ Dabei verschweigen sie beharrlich, dass der Ortsbus in seiner bisherigen Form teuer, ineffizient und für viele Menschen unattraktiv war. Wer ein kaum genutztes Angebot um jeden Preis erhalten will, verteidigt nicht Mobilität, sondern vor allem das eigene politische Scheitern. Schließlich waren die GRÜNEN jahrzehntelang für das Mobilitätsthema in Perchtoldsdorf verantwortlich.
Für uns NEOS ist klar: Verkehrspolitik muss den Menschen dienen und nicht parteipolitischen Prestigeprojekten. Der bisherige Ortsbus war weder wirtschaftlich sinnvoll noch verkehrspolitisch überzeugend. Geringe Auslastung, hohe laufende Kosten und eine unattraktive Linienführung zeigen deutlich, dass hier viel Geld in ein Modell geflossen ist, das den Anforderungen der Realität längst nicht mehr gerecht wird. Wer ernsthaft Probleme lösen will, setzt nicht auf leere Busse, sondern auf zielgerichtete Lösungen für jene Menschen, die tatsächlich Unterstützung bei ihrer Mobilität brauchen.
Dass ein Ortsbus in seiner bisherigen Form nicht automatisch zukunftstauglich ist, zeigt auch der Blick nach Mödling, wo die GRÜNEN den Vizebürgermeister stellen. Dort wird das bestehende Angebot ebenfalls aus finanziellen Gründen auf den Prüfstand gestellt. Genau darum geht es auch in Perchtoldsdorf: nicht um das Festhalten an einem ineffizienten Status quo, sondern um die Chance, Mobilität neu, treffsicher und bedarfsgerecht zu organisieren.
Der Hintergrund dieser Entscheidung ist eindeutig: Schon bei der Neuausschreibung 2022 wurden die zentralen Fehler nicht korrigiert. Die problematische Linienführung blieb bestehen, die Betriebszeiten wurden eingeschränkt und ein Umstieg auf moderne, klimafreundlichere Fahrzeuge wurde nicht eingefordert. Der damals zuständige GRÜNE Vizebürgermeister begründete das selbst mit „finanziellen Erfordernissen“. Das Ergebnis war ein Vertrag, der die Gemeinde über Jahre an ein unflexibles und kostspieliges Modell band. Die Vertragsauflösung war daher kein politischer Selbstzweck, sondern ein notwendiger Schritt, um angesichts der angespannten Finanzlage wieder Handlungsspielraum für bessere, modernere und bedarfsgerechtere Mobilitätslösungen zu schaffen.
Wie faktenbefreit die GRÜNEN argumentieren, zeigt dieses Beispiel besonders deutlich. Vorweg: Die Zahlen aus der Fahrgastzählung, auf die sich diese Auswertung stützt, wurden den GRÜNEN – wie allen anderen Mitgliedern des zuständigen Ausschusses – bekannt gegeben. Es wird also bewusst entgegen besseren Wissens argumentiert. Die GRÜNEN malen ein „Pendlerchaos“ an die Wand, wenn der Ortsbus eingestellt wird, und verweisen auf 100 Personen, die morgens ohne Verbindung zum 60er nach Rodaun dastehen würden. Die Fakten zeichnen jedoch ein völlig anderes Bild:
Die Auswertung von rund 350 Fahrten ergibt für die Haltestelle Rodaun folgende Werte bei den Aussteigern für die Morgenkurse:
Kurs 101: Mittelwert-0,52 Personen, Maximum-5 Personen, Minimum-0 Personen
Kurs 103: Mittelwert-0,19 Personen, Maximum-3 Personen, Minimum-0 Personen
Logischerweise zeigt sich bei den Einsteigern das umgekehrte Bild. Hier führt der Nachmittags-Kurs 115 mit einem Mittelwert von 0,56 Personen und einem Maximum von 6 Personen, das nur an einzelnen wenigen Tagen erreicht wurde.
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Station Rudolf-Hochmayer-Gasse in der Aspettensiedlung. Hier liegen die Werte vor allem wegen der Schülerinnen und Schüler höher. Der Schülertransport kann jedoch relativ einfach organisiert werden, indem die bestehende Schulbuslinie 257 von der Balthasar-Kraus-Gasse bis zur Rudolf-Hochmayer-Gasse verlängert wird. Dazu stehen wir bereits mit der NÖVOG in Gesprächen.
Nicht vergessen werden dürfen allerdings die sozialen Aspekte in der Aspettensiedlung. Ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger benötigen eine Verbindung ins Zentrum. Teilweise würden die nachmittäglichen Schülerkurse der Linie 257 diesen Bedarf abdecken, sofern die angedachte Verlängerung umgesetzt wird. Für den Vormittag wird derzeit an einer Lösung gearbeitet.



