Care-Arbeit darf nicht länger zur Pensionsfalle für NÖ-Frauen werden
Kollermann: „Wer Wahlfreiheit verspricht, muss auch Strukturen schaffen – und Betreuungsaufgaben anders als Kanzler Stocker als Arbeit anerkennen.“

Am 8. August ist in Niederösterreich Equal Pension Day – jener Tag, ab dem Frauen im Vergleich zu Männern statistisch gesehen keine Pension mehr erhalten. Für NEOS sind jahrzehntelange Versäumnisse bei Kinderbetreuung, Pflege und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein wesentlicher Grund für die massive Pensionslücke. „ÖVP und FPÖ sprechen immer wieder von Wahlfreiheit. Aber die gibt es nur dort, wo auch die notwendigen Strukturen vorhanden sind. Wie wenig Verständnis für die Bedeutung von Care-Arbeit vorhanden ist, zeigen die Aussagen von Kanzler Christian Stocker, der Kinderbetreuung nicht als Arbeit sehen will. Kinder zu betreuen, Angehörige zu pflegen und Verantwortung für andere zu übernehmen, ist sehr wohl Arbeit – auch wenn dafür kein Gehalt ausbezahlt wird. Genau diese Leistungen dürfen nicht unsichtbar bleiben, denn sie haben unmittelbare Folgen für Einkommen und Pension“, so Kollermann.
Care-Arbeit müsse endlich als gesamtpartnerschaftliche und gesellschaftliche Aufgabe verstanden werden. „Die Generation der Töchter und Schwiegertöchter, die diese Aufgaben bisher vielfach übernommen hat, wird in Zukunft nicht mehr in diesem Ausmaß zur Verfügung stehen. Die Politik steht in der Pflicht, ausreichend Unterstützungsangebote zu schaffen. Das heißt auch, dass finanzielle Mittel dorthin zu lenken sind, wo sie Familien und pflegende Angehörige tatsächlich entlasten – etwa durch den Ausbau von Tagespflegeeinrichtungen und der Kinderbetreuung. Solche Angebote ermöglichen es Menschen, Betreuung und Beruf besser zu vereinbaren, und sorgen dafür, dass Sorgearbeit nicht länger auf den Schultern einzelner Familienmitglieder liegt.“



