Lebendige Ortskerne
Lebendige Ortskerne sind wirtschaftlicher Nahraum, sozialer Treffpunkt und identitätsstiftender Ort. Ortskernbelebung gelingt nicht über Einzelmaßnahmen, sondern über ein integriertes Zusammenspiel von unterschiedlichen Nutzungen. Der regionale Handel, die Dienstleistungsbetriebe, die Gastronomie, Vereine und andere Freizeitangebote müssen einbezogen werden. Der Ortskern muss wieder den Menschen zurückgegeben, der öffentliche Verkehr angepasst und so die Parkplatzwüsten reduziert werden. Wohnen sollte auch im Ortskern generationenübergreifend geplant werden. Klimaanpassungsmaßnahmen erhöhen die Aufenthaltsqualität. Ja, all diese Maßnahmen kosten Geld, das die Gemeinden aktuell nicht zur Verfügung haben. Aber wenn nur die eine oder andere Maßnahme umgesetzt werden kann, profitieren alle davon. Die Maßnahmen sind abhängig von finanziellen und personellen Ressourcen, von den Möglichkeiten vor Ort und von der Zielsetzung der Gemeinde.
NEOS haben in einer Arbeitsgruppe analysiert, welche Strategien und Maßnahmen helfen können, Ortskerne (wieder) lebendig zu gestalten.
Die wichtigsten zwei Empfehlungen sind:
- Bürger:innen müssen in die Entscheidungen über die Entwicklung ihres Ortes eingebunden werden.
- Nur, wenn es eine verantwortliche Person als Drehscheibe zwischen allen Beteiligten gibt, kann dieses Ziel nachhaltig erreicht werden.
Klimamaßnahmen
- Begrünung, Baumpflanzungen, Baumtöpfe
- Flächenentsiegelung
- Neupflanzungen nur mit resilienten Sorten
- Einführung einer „Baumschutzverordnung“
- Zusätzliche Staubecken, Rückhalte-/Retentionsbecken
- Schwammstadtkonzepte
Orte der Begegnung
- Schaffung eines Marktplatzes inkl. Infrastruktur (Strom, Wasser, Toiletten, WLAN)
- Neugestaltung und Erhöhung der Anzahl von Parkbänken
- Veranstaltungen im Zentrum (Saisonale Märkte, Themenveranstaltungen, Vereine, Kulturelle Feste wie Maibaumaufstellen, Faschingsumzüge etc.)
- Skaterplatz
- Kinderspielzonen
- Begrünung und Beschattung (Überdachung, wo möglich)
- Autofreier Tag
- Lange Einkaufsnacht
- Konsumfreie Plätze schaffen
Mobilität und Öffentlicher Verkehr
- Öffi-Planung:
- Regelmäßige Evaluierung des Bedarfs an öffentlichen Anbindungen, um anzubieten, was gebraucht wird.
- Intelligente Linienführung gemeindeübergreifend
- Taktung, die an Arbeits- und Schulzeiten angepasst ist
- Abdeckung von Randzeiten
- Anruf-Sammel-Taxis etablieren
- Kommunale/Regionale Carsharing Angebote etablieren
- Fahrradstraßen, Fahrradhighways zu Bahnhöfen, Supermärkten und Nachbargemeinden inklusive sicherer Abstellanlagen
- Park & Ride Anlagen ausbauen
- Aktive Kommunikation für die Bekanntmachung der bestehenden öffentlichen Anbindung und Herausstreichen der Vorteile bei Nutzung derselben
- Parkraumbewirtschaftung mit Kurzparkzonen in den Gemeinden
Wirtschaftsimpulse
- Ansiedlung von Betrieben – Erhöhung des Kommunalsteueraufkommens
- Zunahme an Arbeitsplätzen
- Ein Mehr an Arbeits- und Wohnbevölkerung im Ortskern sowie Gästen/Touristen ergibt ein höheres Kundenpotential für die ansässigen Betriebe
- Eine verlängerte Aufenthaltsdauer im Ortskern führt zu einer höheren Umsatzwahrscheinlichkeit für Einzelhandel, Gastronomie, Dienstleister oder sonstige Freizeiteinrichtungen
- Vermietung = Mehreinnahmen für Hauseigentümer
Wohnen im Zentrum
- Einbeziehung von Gebäudeeigentümer:innen
- Einbeziehung von Bürger:innen und aktive Kommunkation
- Gemeinde als Drehscheibe und Koordinatorin (und als Ermöglicherin!)
- Sanierungen bündeln (Sanierungspool)
- Vermittlerin zwischen Angebot und Nachfrage
- Modelle der geteilten Nutzung
- Aufwertung öffentlicher Räume
- Anreize schaffen statt Zwang verordnen
