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Hainburg Brauchwasser

Abwassernutzung für Hainburg – Wasser ist kein Abfall | NEOS Hainburg
Hainburg an der Donau
Abwassernutzung in Hainburg
Wasser ist kein Abfall

Hainburg kann sein Abwasser nutzen, statt es wegzuwerfen.

Ein Sommer hat gereicht.

Der Sommer 2026 hat gezeigt, wie verwundbar Hainburg bei Dürre und Hitzewellen ist. Dabei liegt die Lösung direkt vor uns: Unsere Kläranlage ist für rund 13.000 Einwohnerwerte ausgelegt — und das gereinigte Abwasser fließt bis heute ungenutzt in die Donau. Es könnte Landwirtschaft, Golfplatz und Grünflächen bewässern, statt Trinkwasser zu verschwenden.

Zwei europäische Vorzeigeprojekte in Süditalien beweisen: Das funktioniert. Hainburg kann daraus lernen.

Lernen, nicht neu erfinden.

In Puglia, am Stiefelabsatz Italiens, haben zwei aufeinander aufbauende Interreg-Projekte die Wiederverwendung von gereinigtem Abwasser in die Praxis gebracht. Semi-arides Klima, schwindendes Grundwasser, Landwirtschaft unter Druck — die Ausgangslage gleicht dem, was auf Hainburg zukommt.

Re-Water · die Technik

2018–2020 · Interreg V-A Griechenland–Italien

  • Kernziel: Ablaufqualität verbessern, Spurenstoffe entfernen (Medikamente, Pestizide, Hormone).
  • Pilotanlagen in Gallipoli (IT) und Patras (GR).
  • Ergebnis: Die Anlagen können den gesamten Abwasserstrom für die Wiederverwendung aufbereiten.
  • Auszeichnung: Finalist der RegioStars 2025 (Kategorie „A Green Europe“).

ECO FLOW · die Nutzung

2021–2027 · Interreg VI-A Griechenland–Italien

  • Baut auf Re-Water auf und klärt die Praxis: Wie kommt das Wasser in der Landwirtschaft an?
  • Pilot mit jungen Olivenbäumen — verschiedene Wassertypen werden getestet (Feldbesuch 27.05.2026).
  • Eigenes Ziel: Landwirt:innen und Bevölkerung vom Nutzen überzeugen.
  • Ambition: ein Modell, das sich auf andere Regionen übertragen lässt.

So nutzen sie das gereinigte Wasser

Landwirtschaft

Bewässerung von Feldern und Obstbäumen — bei ECO FLOW stehen junge Olivenbäume im Mittelpunkt.

Grünflächen & Straßen

Bewässerung städtischer Gärten und Parks, dazu Straßenreinigung — Wasser, das sonst Trinkwasser verbraucht.

Öffentlicher Brunnen

In Patras versorgt das aufbereitete Wasser sogar einen öffentlichen Brunnen — für jeden sichtbar.

Übertragen auf Hainburg

Landwirtschaft

Die Felder rund um Hainburg bewässern — genau das, wofür die EU-Verordnung 2020/741 Mindeststandards bereitstellt.

Golfplatz

Ein großer Wasserabnehmer, der heute Trinkwasser verbraucht — gereinigtes Abwasser wäre die nachhaltige Alternative.

Grünraum & Straßen

Hitzevorsorge durch Bewässerung von Parks und Begrünung, Straßenreinigung ohne Trinkwasser.

Was es kostet — und wer zahlt.

Die Projekte zeigen: Eine Machbarkeits- und Pilotphase ist überschaubar — vor allem im Verhältnis zu den Folgekosten von Dürre und Wassernot.

818 k€
Re-Water Gesamtbudget (2 Pilotanlagen)
85 %
Re-Water über EU (EFRE) finanziert
1,59 M€
ECO FLOW Gesamtbudget

Kostenaufteilung Re-Water

QuelleAnteilBetrag
EU (EFRE / Interreg)≈ 85 %695.351 €
Nationale Kofinanzierung (IT/GR)≈ 15 %≈ 122.709 €
Gesamt100 %818.060 €

Bei ECO FLOW ist das Gesamtbudget belegt (1.585.923 €); die exakte EU/Länder-Aufteilung war in den geprüften Quellen nicht einzeln ausgewiesen und wird hier deshalb nicht angegeben.

Wer das getragen hat

Federführend war bei beiden Projekten der regionale Wasserversorger Acquedotto Pugliese. Dazu kamen Kommunen (Gallipoli, Patras, Korfu), Universitäten (Bari, Patras), die regionale Wasserbesatzungs- und Forstbehörde ARIF Puglia sowie weitere Wasserbetriebe. Die EU-Förderung lief über Interreg Griechenland–Italien.

Für Hainburg ist dieses Interreg-Programm kein Fördertopf. Passend wäre ein Programm im Donauraum oder mit der Slowakei — ein Thema, das auch das NÖ-Verbindungsbüro in Brüssel begleitet.

Wer das kann, und wo man mehr erfährt.

Victor Vaugoin
Leiter des NÖ-Verbindungsbüros in Brüssel (NÖVBB) — Ansprechpartner für Interreg/Donauraum
victor.vaugoin@noel.gv.at
Acquedotto Pugliese
Federführender Partner von Re-Water und ECO FLOW
www.aqp.it
ARIF Puglia
Regionalbehörde für Bewässerung & Forst, Projektseite ECO FLOW
arifpuglia.it/progetti/eco-flow
Interreg Griechenland–Italien
Programm-Website mit Projektinformationen
greece-italy.eu

Weitere Berichte & Quellen

Re-Water

ECO FLOW

Warten kostet uns mehr als Umsetzen.

Der Sommer 2026 hat gezeigt, wie verletzlich Hainburg ist, wenn Wasser knapp wird. Die EU hat den Rahmen längst gesetzt: Die Richtlinie 2024/3019 verpflichtet Kläranlagen Schritt für Schritt bis 2045 zur Modernisierung — einschließlich Wiederverwendung und blau-grüner Infrastruktur. Mindestens 80 % der Kosten einer vierten Reinigungsstufe tragen die Hersteller, nicht die Gemeinde. Wer vorbereitet ist, schöpft Förderungen, statt Wassernot und Folgekosten zu riskieren.

Hainburg wächst auf 10.000 Einwohner:innen zu — und unsere Kläranlage kann dieses Wachstum heute schon tragen. Es gibt funktionierende Vorbilder, belegte Kosten und Ansprechpartner, die uns helfen können. Es fehlt nur die Entscheidung, anzufangen.

„Wir lassen Wasser, das wir für Landwirtschaft, Golfplatz und Grünflächen dringend brauchen, täglich ungenutzt in die Donau fließen. Gereinigtes Abwasser ist eine Ressource — keine Entsorgung. Die Vorbilder aus Italien zeigen: Es funktioniert, und es ist leistbar."

Martina Bednar, Gemeinderätin NEOS Hainburg

„Jeder Sommer ohne Plan kostet uns mehr als ein überlegter Einstieg. Ich fordere den Gemeinderat auf: Treten wir dem EU-Konvent der Bürgermeister für Energie und Klima bei — und bringen wir diese praxiserprobten Ideen endlich in die Umsetzung."

Martina Bednar, Gemeinderätin NEOS Hainburg