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Wolkersdorfer Veranstaltungssaal

06.07.2018 Herbert Schodl

Unser Veranstaltungssaal ist ein Richtungsweisendes Thema. Wolkersdorf hat sich in den letzten Jahren zum kulturellen Zentrum in unserer Region entwickelt. Unser bisheriger Veranstaltungssaal, das Pfarrzentrum ist in die Jahre gekommen und nur schwer sanierbar.

Die Verhandlungen zur Zukunft des Pfarrzentrums mit den Gemeindeverter_innen sind aufgrund fehlender Ernsthaftigkeit seitens der Gemeinde gescheitert. Zwischenzeitlich hörte man, dass die Pfarre das Grundstück anderweitig nutzen möchte. Der Gemeinderat beschließt einen Baustopp in genau diesem Bereich. Ein neuer, großer, moderner Saal für die Bevölkerung wird beschlossen.

Kurios: In der darauffolgenden Gemeinderatssitzung wurde das Pfarrzentrum als einer der zu prüfenden Standorte mit aufgenommen, jedoch ohne Einbeziehung der Umliegenden Liegenschaften.

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Das alles erinnert mich an einen alten Schwarz / Weiß Film Namens „Don Camillo und Peppone“ aber ohne Happy End. Wir vermissen bei einem so kostspieligen und richtungsweisenden Projekt die Sorgfalt und Professionalität bei der Planung.

In einer wenig informativen Veranstaltung wurde das Projekt vorgestellt. Allerdings wurde nur präsentiert, was nicht in Frage kommt und was andere Städte gemacht haben, die noch dazu mit Wolkersdorf nicht vergleichbar sind. Der Planungsbeauftragte der BIG (Bundes Immobilien Gesellschaft) warnte vor einem unhaltbaren Zeitplan. Offensichtlich muss das Projekt als Wahlzuckerl für die Gemeinderatswahlen im Herbst 2019 herhalten.

Die Bevölkerung wurde nicht mit einbezogen!

Die Meinungen in der Bevölkerung sind unterschiedlich. Statt seriöser Information, Bürgerbeteiligung und Abstimmung, entscheidet hier das Bauchgefühl von Politiker_innen.

Die Finanzierung ist nicht geklärt!

Über die Höhe der Kosten wird in der Öffentlichkeit nicht geredet. Zuerst muss die Standortanalyse gemacht werden, obwohl die Kostenobergrenze standort- und planungsrelevant ist.

Synergien bei der Parkraumbewirtschaftung und der Zentrumsentwicklung wurden bisher nicht thematisiert?

Wieder kommt das Argument „Zuerst die Standortanalyse“. Aber auch das wäre eine wichtige Vorgabe für die Standortanalyse.

Zweck, Nutzung des Saals?

Details bzw. genauere Information wurden in der Gemeinderatssitzung nicht bekanntgegeben. Lediglich eine ungefähre Größe von ca. 400 Personen wurde kommuniziert.

Fazit:

Wolkersdorf ist verschuldet und es ist fraglich, ob neben dem Risikoprojekt der Volksschulsanierung auch noch ein weiteres Großprojekt finanzierbar ist. Daher wäre es sinnvoll, das Pfarrzentrum noch einige wenige Jahre weiter zu betreiben. Die Signale der Pfarre stehen auf Verhandlungsbereitschaft.
Diese Haltung verschafft uns Zeit für eine seriöse Planung und die Einbeziehung der Bevölkerung. Es ist sinnvoll gemeinsam mit den lokalen Veranstaltern einen Nutzungsplan, ein Betriebskonzept und einen Finanzplan zu erstellen. Eine Befragung der Wolkersdorfer_innen soll über die Umsetzung entscheiden.