« Zurück zur Übersicht

Warum ich mich in Klosterneuburg politisch engagiere

11.12.2014 Peter Bachmann

„Ich kandidiere!“ – warum ich mich politisch engagiere:

Am Anfang stand ein imaginäres Gespräch mit meinen beiden Kindern. Irgendwann in der Zukunft, vielleicht im Jahr 2030. Meine Kinder – jetzt im Kindergarten- und Volksschulalter, dann bereits erwachsen – sitzen mit mir beim Sonntagstisch. Und ich politisiere. Wie so oft. Vieles besser wissen, vieles anders machen. Ein bisserl raunzen. Und aufpudeln.

Irgendwann, mitten in einer meiner Tirade über die Verschwendungssucht des Staates, über die Unfähigkeit der Staatslenker, über die Skandale und Skandälchen der Republik unterbrechen sie mich. Mein Sohn schaut mir tief in die Augen und sagt: „ Alter Mann? Was machst du da? Worüber sprichst du? Du hast seit Jahrzehnten zugeschaut. Du hast damals – 2014 beim Hypo-Skandal, der vielen Mitbürgern so furchtbar egal ist, weil ihnen die Relation zwischen Millionen und Milliarden verschwimmt – alles gewusst. Du hast aber immer nur ‚gscheit dahergeredet‘, wir haben nie gesehen, dass du dich bewegt hast oder aufgestanden bist. Warum hast du dich nicht engagiert? “

Genau im richtigen Moment – eigentlich schon ein paar Monate vorher – kamen die NEOS ins Land. Am Anfang noch wie ein laues Lüftchen wurden sie im Herbst 2013 zum Wind. Und haben zumindest bei mir eine Punktlandung hingelegt. Die Nationalratswahl zwei Wochen früher – ich hätte mein Kreuz woanders gemacht. Nicht aus Überzeugung, ich hätte das geringste Übel gewählt. Pest gegen Cholera quasi.

Aber sie haben mich zeitgerecht erwischt und so gab es im Herbst 2013 ein pinkes Kreuzerl von mir.

Dann kam die Regierungsbildung, die Hypo, gebrochene Wahlversprechen und ich konnte nicht mehr ruhig dasitzen und zuschaun. Hab mir eine Mailadresse rausgesucht und an NEOS geschrieben. „Da bin ich. Wenns mich brauchen könnts rufts mich bitte an.“ So einfach, das kann jeder.

Tatsächlich – es ist passiert. Plötzlich mitten drin. Enormer Zuspruch meiner Freunde bei meinem „Outing“ – viel Gegenwind aus meiner tiefschwarzen Gemeinde. Auch aus der Familie. Unangenehm, aber aushaltbar.

Jetzt – ein paar Monate später – steht mein Name plötzlich auf einem Wahlzettel für die Gemeinderatswahlen im Jänner 2015. An durchaus wählbarer Stelle übrigens. Man gratuliert mit zu dieser Entscheidung. Manche fragen mich: „Is dir fad?“

Nein, es gibt noch nichts zu gratulieren. Darüber reden wir nach der Wahl. Und eigentlich erst in frühestens fünf Jahren. Und fad ist mir auch nicht, im Gegenteil. Ich habe viele Rollen, bin Ehemann, Vater, Sohn, Freund, Unternehmer, Kollege und noch vieles mehr. Und jetzt auch Politiker. Noch grün hinter den Ohren, aber schnell lernend. Motiviert. Und engagiert.  Gegen den Stillstand. Gegen den Filz. Für mehr Transparenz auf allen Ebenen, eine verantwortungsvolle Politik. Ende Jänner werden wir wissen, ob die Bürger unseren Einsatz honorieren. Ich bin gepannt.

Zwei Fragen habe ich mir auch gestellt, bevor ich angefangen habe, mich für NEOS zu engagieren: „Werde ich es bereuen, wenn ich es mache?“ Die Antwort lautet „Vielleicht“. Aber die zweite Frage ist spannender. Sie lautet: „Werde ich es bereuen, wenn ich es nicht mache?“ Und darauf lautete die Antwort: Ganz sicher!“