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NEOS zu Pflegeskandal: Jahrelanges Wegschauen führt zu systembedingten Missständen

In der Causa Kirchstetten kritisiert NEOS-Gesundheitssprecherin Edith Kollermann heute die ÖVP. Der Hintergrund ist ein brisantes Gutachten zum Pflegeheimskandal – es bestätigt, dass zwei Frauen Medikamente verabreicht wurden, die letztlich zum Tod geführt hatten. „Wir wissen, dass in den Pflegeeinrichtungen des Landes überwiegend gute Arbeit geleistet wird. Allerdings gibt es in einigen Heimen systemische Missstände, deren Beseitigung eine zentrale Aufgabe der Politik ist. Von der ÖVP erwarte ich mir, dass sie gemeinsam mit allen Landtagsparteien an Lösungen arbeitet und nicht einzelne Abgeordnete vorschickt, die dann so wie in der vergangenen Landtagsdebatte das Leben im Heim als Himmel auf Erden darstellen“, so Kollermann.

Verwunderlich sei in diesem Zusammenhang jedenfalls die Ablehnung eines NEOS-Antrags, der den Schutz der Menschenwürde in den einschlägigen Landesgesetz zum Ziel hatte. „Das war etwa in Tirol möglich, während die Mehrheitspartei ÖVP in Niederösterreich blockiert. Und zwar mit fadenscheinigen Argumenten, die mich als Bürgerin dieses Landes wirklich verärgern.“

Laut der pinken Gesundheitssprecherin sei zudem klar, dass ein Skandal wie der in Kirchstetten nicht allein durch gesetzliche Regelungen zu verhindern sei: „Hier gilt es an mehreren Schrauben gleichzeitig zu drehen. Wir wissen, dass Missstände ein Resultat des Personalmangels im Pflegebereich sind – zu wenig Zeit für zu viele Patienten schafft natürlich kein Vertrauen. Deshalb ist es an der Zeit Maßnahmen zu ergreifen, dem Mangel vorausschauend zu begegnen und den Pflegeberuf aufzuwerten. Die Attraktivierung beginnt bei der Wertschätzung, führt über die Qualifizierung und endet bei der Entlohnung.“