7. Integration

STRATEGIE

  • Ernennung eines Integrationskoordinators für Niederösterreich (Schwerpunkte: Bildung, Arbeits- undWohnungsmarkt, Gesellschaftliche Anteilnahme), der mit echten Kompetenzen und einem Budget ausgestattet ist.
  • One-Stop-Agencies entwickeln, in denen möglichst alle notwendigen Hilfestellungen für Einwanderer konzentriert, Anerkennungsverfahren begleitet, potentielle Arbeitgeber über rechtliche Erfordernisse und auch Einheimische informiert werden.
  • Die Mindestsicherung muss reformiert und bundesweit vereinheitlicht werden und darf nicht mehr Ländersache sein. Alle finanziellen Zuweisungen müssen einheitlich österreichweit geregelt werden, um einem Sozialtourismus entgegenzuwirken. Die Zuweisungen müssen an die Residenzpflicht – verknüpft mit einem verpflichtenden Integrationsjahr – gekoppelt werden.
  • Bei allen bleibeberechtigten Flüchtlingen ist eine Erhebung über ihren Bildungsstand durchzuführen und die Bildungsangebote adäquat auszurichten.
  • Wohnraum für Flüchtlinge – dezentral und integrationsfreundlich. Gemeinsame Unterbringung von Flüchtlingen und Studierenden in Studentenwohnheimen, leerstehenden Bürogebäuden o.ä. Verstärkte Unterbringung von Flüchtlingen in Seniorenwohnheimen mit Angeboten der Begegnung und des ehrenamtlichen Engagements für Flüchtlinge. Es ist ein indexbasierter regionaler Verteilungsschlüssel anzustreben, der Faktoren wie z.B. Arbeitslosigkeit, Wohnraum, finanzielle Lage der Gemeinden etc. berücksichtigt.
  • Angleichung der Tagsätze für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge an die Beiträge der Kinder- und Jugendhilfe.

BILDUNG

  • Integrationsberater_innen an Schulen als Ansprechpartner_innen für Lehrer_innen, Schüler_innen und Eltern: Lehrerpersonal oder Sozialarbeiter_innen speziell dafür ausbilden.
  • Integrationspläne an Schwerpunktschulen: Schulen mit hohem Migrations-Anteil werden beauftragt, Aktionspläne für eine aktive Integrationsrolle der Schule gegenüber den Schüler_innen und ihren Eltern zu entwickeln und umzusetzen.
  • Sprachliche Frühförderung in der Muttersprache: Kinder mit Migrationshintergrund in ihrer Muttersprache fördern – je besser sie ihre Erstsprache beherrschen, desto rascher können sie gut Deutsch lernen.
  • Mehrsprachige Angebote in Schulen und Kindergärten schaffen, Sprachen von kleineren Migrant_innengruppen übergreifend für mehrere Schulen anbieten.
  • Mehr Lehrpersonal: Bei hohem Anteil an Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache gezielt zusätzlich fördern, sofern die Kinder hinter den altersgemäßen Leistungen der deutschsprachigen Kinder zurückbleiben.
  • Bildungsberater_innen: Diese sollen allen Kindern – mit und ohne Migrationshintergrund – die große Bandbreite an Bildungswegen und Berufen in Österreich vermitteln, um mangelndes Wissen der Eltern über das österreichische Bildungssystem auszugleichen.
  • Einführung von Übergangsklassen in Pflichtschulen, sofern eine Eingliederung (z.B. auf Grund von fehlender Alphabetisierung) nicht möglich ist.  Allerdings nur auf Zeit und wo immer möglich, ist für die Überschneidung/Integration mit anderen Schülern (z.B. in der Pause, Turnen, Werken, Musik, Bildernische Erziehung …) zu sorgen.
  • In einer zunehmend fragmentierten Gesellschaft erreichen traditionelle Formen der Wertevermittlung nur mehr einen Teil der Kinder und Jugendlichen. Ein Unterrichtsfach „Ethik und Religionen“ ermöglicht es allen Kindern und Jugendlichen, gemeinsame Sichtweisen auf die Fragestellungen menschlichen Handelns und des Zusammenlebens zu entwickeln, die von demokratischen Grundvorstellungen getragen und von einer kritisch hinterfragenden Position begleitet sind.

Arbeitsmarkt, Beschäftigung, Unternehmertum

  • Integration durch Beschäftigung: Dies geschieht innerhalb des verpflichtenden Integrationsjahr für Asylberechtigte mit Integrationsvereinbarung: Diese umfasst Werte und Deutschkurse, berufliche Ausbildung und Beschäftigungsmöglichkeiten (zum Beispiel: Schulungen und Praktika) um Integration in der Gesellschaft und im Arbeitsleben sicherzustellen.
  • Qualifizierung: Frühzeitig fit für den Arbeitsmarkt! Unser Ziel muss es sein – im Sinne der Flüchtlinge, der Gemeinschaft und auch im Sinne der Finanzierbarkeit unserer Sozialsysteme – Flüchtlinge so schnell wie möglich in die Selbsterhaltungsfähigkeit zu bringen, durch fachspezifische Deutschkurse, Kompetenzchecks mit Nostrifizierung und Planungssicherheit für ausbildende Unternehmen. Der Zugang zum Arbeitsmarkt für alle Asylwerber_innen soll nach spätestens 6 Monaten ermöglicht werden.
  • Der Integrationsberater arbeitet einen verpflichtenden Qualifizierungsplan aus, der nach positivem Abschluss des Verfahrens den Weg in die Selbsterhaltungsfähigkeit vorzeichnen soll.
  • Den Weg in die Eigenständigkeit fördern. Um den Weg in die Eigenständigkeit zu fördern, soll das AMS bei Personen über 18 Jahren, die sich in einer Lehrlingsausbildung befinden, einen Zuschuss zum Lebensunterhalt leisten.
  • Unternehmertum bei Flüchtlingen und Einheimischen stärken – Gewerbeordnung vereinfachen, Zugang zu geschützten Gewerben erleichtern.