2. Wir heben Flügel

SCHULEN

  • Mündige Schulen durch Vollautonomie, die verlässliche Rahmenbedingungen schafft: Das Land soll bedarfsgerecht die Ressourcen für die Pflichtschulen bereitstellen – die Beteiligten vor Ort (Schulen und Schulträger) können über die konkrete Ausgestaltung des Bildungsangebots selbst entscheiden. Die Personalauswahl und -führung erfolgt lokal in der jeweiligen Schule.
  • Postenbesetzung nach Kompetenz- und Teamfähigkeit und nicht nach Parteibuch: Der Beruf des Direktors/der Direktorin ist eine Management-Funktion und braucht andere bzw. zusätzliche Qualifikationen.
  • Finanzielle Gleichstellung aller Schulen  und somit faire Wettbewerbsbedingungen für alle.
  • Budgetfreiheit der Schulen: Schulen bekommen ein eigenes Budget zugewiesen und dürfen über Personalangelegenheiten sowie ihr inhaltlich-pädagogisches Profil eigenständig entscheiden. Die Finanzierung wird von der Institution gelöst und ans Kind gekoppelt. Für jeden schulgeldfreien Platz den eine Schule zur Verfügung stellt, erhält sie einen fixen Betrag vom Land (Prinzip „Geld folgt dem Schüler“).
  • Wahlfreiheit der Eltern und Kinder der für sie besten Schule ohne Schulgeld: Dies zieht einen Wettbewerb im besten Sinne nach sich und sichert somit die Qualität der Bildungs- und Betreuungsangebote. Die Finanzierung (zusätzlich zu obiger Subjektfinanzierung) erfolgt indikatorenbasiert.
  • Lehrerberuf aufwerten: Die Lehrer_innen müssen gestärkt und mittels Bonis für Eigenengagement und Fortbildung belohnt werden. Lehrer_innen sollen ihre volle Kraft und Zeit für den Unterricht und die Kinder aufwenden – nicht für Sitzungen und Administration.
  • Karriere „Bildungsmanagement“ für Personen, deren berufliche Aufgabe das professionelle Management von Kindergärten und Schulen ist: Sie sollen die Kindergärten und Schulen organisatorisch leiten und sich auf diese Aufgabe im schulischen Umfeld konzentrieren. Die entsprechende Ausbildung ist weiterzuentwickeln.
  • In jeder Schule soll wo möglich pro Schulstufe mindestens eine Klasse in Ganztagsform mit verschränkten Lern- und Freizeitphasen geführt werden. Für diese sowie im Rahmen der reinen Nachmittagsbetreuung, ist die Zusammenarbeit der Schulen mit den Musikschulen und Vereinen zu stärken. So gibt es ein vielseitiges Angebot für die Kinder und die Vereine werden bei der Nachwuchsarbeit unterstützt.
  • Schulferienbetreuung: Eine Lösung auf breiter Basis durch Entwicklung verlässlicher Strukturen gemeinsam mit den Gemeinden, Kirchen und den Vereinen.
  • Verpflichtende Unterrichtsschwerpunkte wirtschaftliche und politische Bildung sowie Angebote unsere Kinder #digifit zu machen.
  • MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) Qualifikationen stärken. Schon heute haben Betriebe in Österreich Rekrutierungsproblemen im MINT-Bereich. Daher müssen die MINT-Förderung in Kindergarten und Schule ausgebaut, die HTL gestärkt und MINT-Hochschulstudien attraktiver gemacht werden. Analog zur MINT-Initiative des BMWFW soll dies durch Landesprojekte ergänzt werden.

KINDERGARTEN

  • Gleichbehandlung von Kinderbetreuungseinrichtungsträgern, dazu gehören auch betriebliche Kinderbetreuungseinrichtungen.
  • Gutscheinmodell mit allen kommunalen und freien Trägern (inklusive Tageseltern und betriebliche Kinderbetreuungseinrichtungen): Die Eltern können die Gutscheine frei und flexibel einsetzen und damit die Finanzierung von frühkindlicher Betreuung auf eine tragfähige Grundlage stellen.
  • Bildung statt nur Betreuung: Verbesserung des Betreuungsschlüssels in Kindergärten  (kleinere Gruppen) und Anpassung der Öffnungszeiten an die Lebensrealität der Familien
  • Aufwertung des Berufes des/der Kindergartenpädagog_in
  • Durchgängiges individuelles Förderkontinuum vom Kindergarten bis zum Ende der Schulpflicht. Nicht nur Defizite (wie z.B. Deutschkompetenzen der Schulanfänger_innen) sollen ausgeglichen, sondern auch Begabungen und Neigungen gefördert werden.
  • Stärkung der Zusammenarbeit von Kindergarten und Volksschule, um ein besseres Bild über Stärken und Schwächen der einzelnen Schüler_innen zu bekommen und so den Übertritt optimal zu gestalten.
  • Kinder und Betriebe passen zusammen. Deshalb sollen die Rahmenbedingungen für Betriebskindergärten verbessert und bürokratischen Hürden abgebaut werden.

LEHRE

  • Professionellen Berufsorientierungsprozess für Schüler_innen in allen Schulformen etablieren – auf Basis der Erkenntnisse und Methoden der Eignungsdiagnostik.
  • Die Zusammenarbeit zwischen Betrieben und Berufsschulen verstärken und fördern.
  • Lehrpläne müssen – in Zusammenarbeit mit den Betrieben – ausgemistet und aktualisiert werden. Jede  Lehre muss auf einem Modulsystem beruhen und zu einer Matura führen können.
  • Neue Anreize für Betriebe schaffen, damit die Betriebe (auch KMUs) mehr Lehrlinge ausbilden. „Lehrlingssharing“ vereinfachen und unbürokratisch ermöglichen.
  • Verstärkt die Lehre mit Matura bewerben, den bürokratischen Weg mit kürzeren Informationswegen erleichtern und die derzeitige Organisationsform reformieren:
  • Schaffung der Möglichkeit eines erweiterten Unterrichts direkt anschließend an den Regelunterricht, der zur Schulzeit angerechnet wird. Dieser Bedarf keiner Zustimmung des Lehrbetriebs.
  • Dieser Lehrabschluss mit Matura ist der Matura völlig gleichgesetzt und berechtigt somit für alle Studien.
  • Der Meister wird gefördert. An den Berufsakademien sollen alle Kurse und Prüfungen zur Erlangung des Meisterbriefes kostenfrei angeboten werden. Die Vorbereitung zur Meisterprüfung muss im Rahmen der Bildungskarenz möglich sein. Dies würde die Ungleichbehandlung der verschiedenen Ausbildungswege abschwächen.
  • Der Lehrlingsschutz muss ins 21. Jahrhundert gebracht werden und nur das machen, was er soll: Die Lehrlinge vor gesundheitlichen Schäden schützen. Daher Entrümpelung des Lehrlingsschutzgesetzes von unzeitgemäßen Vorschriften.
  • Der europaweite Transfer von Bildungs- und Weiterbildungsleistungen soll weiter ausgebaut und dies als einen wichtigen Schritt zur Behebung des Fachkräftemangels verstanden werden (z.B. Kooperationsmöglichkeiten mit Unternehmen, ERASMUS für Lehrlinge).

WEITERBILDUNG

  • Wir setzen uns für eine Vielfalt der Bildungsangebote und -anbieter in ganz Niederösterreich und – speziell auch in ländlichen Regionen – in allen lebenslangen Bildungsbereichen ein.
  • Ein möglichst flächendeckendes Angebot der Volkshochschulbildung soll garantiert sein. Dabei konzentrieren sich Volkshochschulen auf Bildungsangebote und konkurrieren nicht mit Freizeit- und Kulturangeboten.
  • Um eine zeitgemäße Angebotspalette für eine individuelle und bestmögliche Weiterbildung in allen Lebensabschnitten zu garantieren sollen die existierenden Weiterbildungssysteme gesichert und modernisiert werden.
  • Bildungskonto-Modell weiterentwickeln. Ein nach dem Bausparprinzip funktionierendes Bildungssparen. Es soll kürzere Ansparzeiten ermöglichen und alle Förderungen von Bund, Ländern und Sozialpartnern auf einem Förderungskonto zusammenführen. Dies ermöglicht der bildungswilligen Person eine eigenverantwortliche Auswahl der richtigen Bildungsmaßnahme.