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NEOS fordern Klarheit beim Thema Wasserenthärtung in Perchtoldsdorf

Dem Argument der SP – „Es gibt einen Überschuss bei der Wassergebühr, daher haben wir Geld über und stecken es in Wasserenthärtung“ – können wir nicht folgen. Es gibt aus den Titeln Wasser, Abwasser, Abfall tatsächlich einen Jahresüberschuss bei Gebühren von knapp 2 Mio. Den würden wir als erstes den Bürger_innen zurückgeben und dann fragen, ob sie bereit wären, das anderthalb-fache der jetzigen Wassergebühren für weiches Wasser zu zahlen. Wir glauben, eine solche Abstimmung würde keine Mehrheit finden.

WARUM SEHEN WIR NEOS DAS SO?

1.Wir NEOS sind freiheitsliebend. Wir treten daher dafür ein, dass wir Bürger_innen mündig, unabhängig, entscheidungsfrei, flexibel und aufgeschlossen sind.

2.Wir NEOS sind für Eigenverantwortung. Das bedeutet verantwortungsbewusstes, ergebnisorientiertes, entschlossenes und mutiges, vernünftiges und pragmatisches Handeln, das Bürgerrechte und Demokratie stärkt.

3.Wir treten für Nachhaltigkeit ein. Das bedeutet langfristige Orientierung statt Wahlkampfschmäh und Zukunftsfreude statt Zukunftsangst. Die Balance von Gesellschaft, Wirtschaft und Ökologie ist uns wichtig. Das ist auch unsere erste Priorität bei den Gemeindefinanzen, wo diese Balance derzeit aber leider nicht gegeben ist. Wir zahlen als Gemeinde bereits heute über eine halbe Million pro Jahr an Zinsen für Investitionen der Vergangenheit (= Schulden jetzt und in Zukunft). Für die 20 Mio € Investition in Wasserenthärtung gibt es zwar Förderungen, die kommen aber auch nicht vom Himmel, sondern von uns allen, den Steuerzahlern.

WAS WERDEN WIR NEOS TUN?

Wir  werden alles in unseren Kräften stehende tun, um die Bürger_innen sachlich zu informieren, damit sie bewusst und eigenverantwortlich entscheiden können.

Unseren Standpunkt und unsere Vorschläge zum Thema werden wir im Gemeinderat und im damit befassten Ausschuss für kommunale Infrastruktur (NEOS GR Günter Ringhofer) einbringen.

  • Stefan Huber

    Ich rege an, darüber nachzudenken für private, dezentrale Enthärteranlagen eine Einkaufsgemeinschaft für Verbrauchsmaterial ins Leben zu rufen.

  • Dr. Kügler

    ad Punkt 3:
    Ich bin mir nicht sicher, ob es wirklich nachhaltig ist jetzt eine Investition für die Zukunft (zentrale Wasserenthärtung) einzusparen und dafür jährlich unzählige Haushaltsgeräte (Waschmaschinen, Geschirrspüler, Kaffeemaschinen, Fußbodenheizung/Solaranlagen etc.) tauschen und reparieren zu müssen.
    Auch die von privaten Haushalten verwendeten Entkalkungmittel, um die größten Schäden an Geräten zu verhindern, können die Umwelt bei weitem mehr belasten, als dies eine professionelle Wasserenthärtung unter Einhaltung der Umweltschutzbestimmungen würde.
    Um mit reinem Gewissen beurteilen zu können, welche Herangehensweise wirklich nachhaltig ist und langfristig die Kosten für alle senkt, sollte zumindest eine unabhängige Untersuchung auf Basis einer Kostenerhebung in Privathaushalten (Kosten als Folgeschäden des harten Wassers) durchgeführt werden. Nur so kann ein klares Bild gezeichnet werden, wann sich die Annschaffung einer zentralen Wasserenthärtungsanlage wirklich amortisieren würde. Zusätzliche Aufklärung über mögliche Umweltschäden würde die Entscheidungsgrundlage für BürgerInnen abrunden.

  • Josef Jezek

    ad1 und 2 erscheinen mir in diesem Zusammenhang wenig relevant. Zu Pkt. 3 merke ich an, dass sich meine individuelle Enthärtungsanlage mit ca. € 2.500 zu Buche geschlagen hat, zzgl. Betriebs- und Wartungskosten sowie einiger Reparaturen. Bei meinem Wasserverbrauch wären die Mehrkosten ca. € 80-100,- p.a. Break-Even also mind. 30 Jahre – da ist die Anlage längst entsorgungsreif. Ich wäre also froh, wenn weicheres Wasser aus einer zentralen Anlage kommen würde. Ganz abgesehen von den ständigen Problemen mit Kaffeemaschinen, Armaturen, etc.

  • Günther Jörg

    Herzlichen Dank für die ersten 3 Blog Beiträge und uns einige Informationen beitragen.

    Warum geht es um Eigenverantwortung und Freiheitsliebe in diesem Zusammenhang? Wir meinen,
    dass die wahltaktisch Ende 2014 durchgeführte Abstimmung „Enthärtung ja/nein“ keine verantwortliche Entscheidung zuließ. Das Thema ist komplex, man braucht Fakten, um zu entscheiden und die wollen wir beitragen. Freiheitsliebe: Wir sind nicht gegen Wasserenthärtung per se. Die industrielle Aufbereitung hätte jedoch zu Folge, dass jeder Haushalt damit zwangsbeglückt wird, egal er schon eine gute Enthärtungsanlage hat oder lieber das Wasser so trinkt, wie es natürlich vorkommt, oder den Garten lieber nicht mit enthärtetem Wasser gießt.

    Wir verstehen aber Ihren Wunsch, die Probleme mit dem hohen Kalkanteil , in den Griff zu bekommen.

    Fakten:
    1) Kosten: Die industrielle Wasseraufbereitungsanlage inkl. dem Platzbedarf eines Fußballfeldes für die Fabrik, 3 km Aufgrabungen und dem Schaffen eines weiteren Brunnens, um das Abfallwasser zu ersetzen,
    kostet c. 8 Mio. Euro. Das ist ungefähr so viel wie der Burg-Umbau. Die Wassergebühren würden dadurch um ca. 60 Cent pro Kubikmeter oder fast 50% steigen. Eine Finanzierung durch die jetzigen Überschüsse bei den Wassergebühren ist ausgeschlossen. Dann müsste man erst Kürzungen im Ausmaß von Euro 500.000 bis 750.000 pro Jahr bei den jetzigen Ausgaben vornehmen. Interessante Diskussion!

    2) Überschlagsmäßige Gegenrechnung
    Lt. Geizhals.at kostet eine durchschnittliche Waschmaschine € 600. Bei 4000 Hauhalten und angenommenen 9 statt 10 Jahren Lebensdauer kommen gerade 50% der Investitionssumme zusammen. Geschirrspüler haben die Wasserenthärtung eingebaut, zählen also nicht. Das geht sich also nicht aus. Mehr Details gerne auf Anfrage (guenther.joerg@neos.eu).

    3) Alternativen,
    Mit Zitronensäure kann man Waschmaschinen, Duschköpfe etc. praktisch kostenfrei entkalken , .Tipps finden Sie im Internet. Hier ein Beispiel: http://www.gute-haushaltstipps.de/haushalt/waschmaschine-entkalken.html

    Eine weitere Alternative ist die private Entkalkungsanlage, die dann gezielt jene Wasserstränge entkalkt wo es wichtig ist. Das Trinkwasser und die Gartenberegnung kann man da aussparen. Das wäre bei einer zentralen Wasserenthärtung nicht möglich. So wie Herr Huber vorschlägt setzen wir uns dafür ein, dass die Gemeinde mit der lokalen Wirtschaft einen guten Rahmenvertrag aushandelt, der dann von allen, die eine Enthärtungsanlage wollen genützt werden kann.

    Einige der o.g. Aspekt haben wir auch in unserem neosletter Perchtoldsdorf berücksichtigt. Wenn Sie daran interessiert sind, senden Sie bitte ein Mail an guenter.ringhofer@neos.eu , dann setzten wir Sie auf den Verteiler!

    Wir freuen uns auf weitere Beiträge! neos Perchtoldsdorf: Günter Ringhofer und Günther JÖRG