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Lästig sein in Purkersdorf. – Warum Wahlkampf den Menschen zumutbar ist.

Bei uns in Purkersdorf gibt es ein paar Regeln. Eine davon lautet: beim Bauernmarkt, der jeden Freitag stattfindet, dürfen keine Flyer im Marktgebiet verteilt werden. Begründung: „Da fühlen sich die Menschen belästigt“.
Plakate dürfen nicht im Bereich der Fußgängerzone aufgstellt werden.
Begründung: „Das wollen die Menschen nicht“.
Wir halten uns daran, weil wir uns die Konfrontationsenergie für wichtigere Bereiche aufheben. Juristisch sind diese Regeln – wenn überhaupt – fragwürdig. Politisch sind sie eine Bankrotterklärung.
Dort, wo Menschen die Information über politische Inhalte, Vorhaben oder Erfolge als Belästigung empfinden, liegt einiges im Argen.
Entweder haben die Parteien und Politiker_innen nichts zu bieten als leeres Gewäsch und billige Werbegeschenke. Dann ist die Reaktion der Menschen verständlich, die Passivität der Politik aber nicht. Denn anstatt die eigene, offenbar lästige Anwesenheit zu überdenken und irgendwas besser zu machen, wird sie auf ein Minimum beschränkt. Weil ein bissl muss man ja schon Präsenz zeigen. Weil das immer schon so war.
Zweite Möglichkeit: Politik wird als etwas gesehen, dass alle fünf Jahre in Form von Wahlen stattfindet. Dort gibt es ein Programm. das die Parteien vorlegen. Das kann man sich durchlesen und dann eine Wahl treffen. Probleme werden beim Bürgermeister deponiert und von ihm erledigt. Mitarbeit und Nachfragen nicht erwünscht und nicht notwendig. Schlussfolgerung: wir wollen die Leute nicht langweilen, weil wir kennen uns aus und sie nicht. Am liebsten bleiben wir unter uns.
NEOS hat hier einen völlig anderen Ansatz. Nur durch möglichst viel Präsenz, durch viele Gespräche und durch viel Beteiligung kann so etwas wie Politik und Interesse daran entstehen und wachsen. Risiko dabei: die Dinge werden nicht mehr ausschließlich von oben nach unten bestimmt, sondern können auch einen anderen Verlauf nehmen, als die Regierenden wollten.
Politiker_innen, die sich selbst oder Politik im Allgemeinen als Belästigung empfinden (oder das zumindest behaupten), haben entweder ein Problem mit ihren Inhalten oder kein Interesse daran, das schlechte Image der Politik zu verändern.
Wir sind der Meinung, dass Politik auch manchmal lästig sein muss. Denn ohne Reibung gibt es keine Energie. Und ohne NEOS keine Erneuerung.
Christoph Angerer, NEOS-Spitzenkandidat in Purkersdorf