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Gänserndorf – (K)ein Ort zum Gründen?

Gänserndorf ist ein schöner Ort zum Leben, möchte man hier aber einen Job finden, tut man sich meist schwer. Clevere Unternehmer_innen könnten durch Gründung von Betrieben Arbeitsplätze schaffen, scheitern aber oft an behördlichen Hürden.

Bisher konnten sich Bürger_innen, die eine Idee zur Gründung eines Unternehmens hatten, an das RIZ wenden. Dieses bot Beratung und Hilfe in der Startphase der Unternehmung. Dieser Vertrag ist mit Jahresende ausgelaufen und unser Bürgermeister argumentiert die Kündigung damit, dass den Kosten von rund 22.000 EUR kaum Leistungen, sprich Gründungen direkt in Gänserndorf, gegenüber standen. Ob diese Argumentation richtig ist und ob Gänserndorf nicht auch von im nahen Umland gegründeten Unternehmen indirekt profitiert, möchte ich an dieser Stelle gar nicht weiter vertiefen, Fakt ist aber, dass wir uns Lösungen überlegen müssen, wie wir Arbeitsplätze nach Gänserndorf bringen.

Blicken wir auf die letzten Jahre, zeichnen sich mit und ohne Gründerservice deutliche Probleme bei der Beschäftigung ab 1 2 3. Einen Arbeitsplatz in Gänserndorf zu finden war bereits bisher schwer und wird in den kommenden Jahren nicht leichter werden. Neugründungen brächten dringend benötigte Arbeitsplätze im Bezirk und würden außerdem die gesamte Region stärken. Den Weg in die Selbstständigkeit wagen, aufgrund des Risikos und der durch die über alle Ebenen hinweg sehr aufwendigen Bürokratie, nur wenige. Aber gerade diese mutigen Jungunternehmer_innen würden wir in Gänserndorf dringend brauchen. Wir als Gemeinde müssen all unsere Kraft in die Förderung junger Talente stecken. Hiermit meine ich nicht, einfach Geld mit der Gieskanne zu verteilen, sondern einen cleveren Maßnahmenmix aus Standortpolitik, Förderung und Abbau von Bürokratie. Die umliegenden Gemeinden sollten wir dabei nicht als Konkurrenten betrachten, sondern als Partner mit denen wir gemeinsam Konzepte für die Zukunft entwickeln müssen.

Über die Maßnahmen, dies zu bewerkstelligen, sollten wir dringend reden. Eine Idee wäre, das Gründerservice neu aufzustellen und sich die Kosten dafür gemeindeübergreifend zu teilen. Oder die Gemeinde Gänserndorf stellt selbst ein Service für die Bewohner_innen im Ort auf die Beine, indem Neugründungen bestmöglich und möglichst unbürokratisch unterstützt werden. Auch die Schulen müssen hier eingebunden werden, junge Talente dürfen nicht nach Wien oder ins Ausland abwandern, weil Sie bei uns keine Zukunft finden! Bringen wir auch die Vertreter der Nachbargemeinden mit an den Tisch und finden wir eine Lösung über Ortsgrenzen hinweg. Ein positiver Nebeneffekt von Arbeitsplätzen hier im Ort ist, dass diese Menschen in Zukunft nicht mehr täglich per Auto oder Bahn nach Wien zum Arbeiten pendeln und unsere bereits schwer ausgelasteten Verkehrswege entlasten.

Nach der Wahl möchte ich dieses Thema mit voller Energie angehen und hoffe auf die Bereitschaft der anderen Parteien, an einem Strang zu ziehen. Wir NEOS werden im kommenden Gemeinderat eine starke Stimme für unsere Unternehmer_innen sein!

Helmut Stachowetz-Axmann, NEOS-Spitzenkandidat in Gänserndorf

1 http://www.meinbezirk.at/obersiebenbrunn/wirtschaft/immer-mehr-arbeitslose-im-bezirk-d1143610.html
2 http://www.meinbezirk.at/gaenserndorf/wirtschaft/mehr-arbeitslose-und-weniger-offene-stellen-d194192.html
3 http://www.meinbezirk.at/gaenserndorf/wirtschaft/arbeitslosigkeit-um-5-prozent-gestiegen-d472030.html 

  • An welchen Hürden scheitern Gründer in gf? Ich habe in GF gegründet und das war eigentlich total einfach. Also welche meinst du konkret?
    Die riz Beratung hatte ich und ich muss die Argumentation des Bürgermeisters leider unterstützen. Wie viele Gründer hatten die Beratung für 22000 Euro?
    Probleme in GF aus meiner Sicht: die Nähe zu Wien, wenig Büros, kein Interesse der Gemeinde an Wirtschaft.

  • Stefan Schubert

    Sehr geehrter Herr Ostheimer. Gründern scheitern allgemein in Österreich , nicht nur in Gänserndorf. Bezüglich Förderungen , Finanzleistungen und Geschäftsmodellen wird kaum aufgeklärt. Zusätzlich erwartet jede_n Unternehmer_in in Österreich ein Papier und Paragraphendschungel der seinesgleichen sucht. Jede_r Jungunternehmer_in wird nicht genug über alternative Finanzierungsmöglichkeiten aufgeklärt bzw. werden nur günstige Bankkredite und Haftungsübernahmen vom Staat gefördert. Das RIZ hatte genug Gründer, nur nicht direkt in Gänserndorf. Deswegen haben wir ja gesagt das wir für ein regionales RIZ oder andere Form der Förderung sind, bei der sich alle Gemeinden beteiligen. Es fehlt bei allen Entscheidungen und Planungen komplett ein übergreifendes regionales Denken in dem durch gemeinsames Arbeiten viel größeres entstehen könnte ! 22.000 Euro sind auch nicht viel. Zwei Gründungen im Jahr (im Bezirk, wenn man es dann Bezirksweit macht) amortisieren die Kosten innerhalb kürzester Zeit. Wir sind für eine regionale Ankurbelung der Wirtschaft besonders für EPU’s und KMU’s. Doch gerade für Klein und Kleinstfirmen gibt es enorme Hürden. Jede_r Angestellter reisst ein enormes Budgetloch auf, durch überhöhte Steuern. Der erste Arbeitnehmer eines Kleinunternehmers sollte steuerlich begünstigt sein. So könnten auch kleine Firmen mehr Arbeitsplätze schaffen. Ich könnte ihnen noch einige Punkte mehr aufzählen , wenn sie das wünschen , da würde ich sie bitten eine Nachricht an gaenserndorf@neos.eu für ein Treffen zu schicken.

    Mit freundlichen Grüßen ,

    Stefan Schubert