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Bildung mit zweierlei Maß

Vor einiger Zeit gab es eine große Diskussion, dass das Militärrealgymnasium (MilRG) in Wiener Neustadt geschlossen werden soll (mittlerweile beschlossene Sache). Die Ankündigung hat auch mich betroffen gemacht und ich habe mich für den Erhalt bemüht. Damals wurden seitens des Ministeriums Kostengründe angeführt und der Nutzen als nicht mehr gegeben dargestellt (Förderung des Offiziersberufes). Nun sollen abermals Schulen in Wiener Neustadt geschlossen werden. Diesmal jene, für welche Wiener Neustadt die Kosten zu tragen hat, beispielsweise die Städtische Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe.

Soweit so gut! Damals haben sich die Freiheitlichen massiv für den Erhalt des MilRG eingesetzt und Unterstützung für die Nichtschließung auf verschiedensten Ebenen gegeben. Damals waren sie in Wiener Neustadt in der Opposition und noch dazu handelte es sich um einen roten Verteidigungsminister.

Mittlerweile gehören die Blauen der Stadtregierung an und ich höre keinen Einspruch, kein Geschrei, keine Lösungsansätze, keine Berechnungen, keinen Presseartikel pro Erhalt.

Ein Schelm könnte Böses denken. Waren doch zwei Mitglieder der Stadtregierung selbst Schüler des Militärrealgymnasium. Nun sitzen sie in der Regierung und haben das Ziel das Budget zu sanieren und Kosten zu sparen. Was ist jetzt anders? Wird hier mit zweierlei Maß, ja nach eigenen Interessen, gehandelt?

Mir liegt Bildung am Herzen. Unser Bildungssystem krankt an allen Ecken. Ja, Bildung kostet etwas und ja es ist zu hinterfragen ob eine Gemeinde sich höhere Schulen leisten soll. Aber die Bildung unserer Jugend ist unsere Zukunft und sollte nicht von persönlichen Interessen beeinflusst werden!