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Angekündigte Schließung Militärrealgymnasium in Wiener Neustadt

Mitte September, wenige Tage nach Schulbeginn, kam wie aus heiterem Himmel (Gerüchte gab es wenige Tage zuvor) die Ankündigung des Ministers für Landesverteidigung, dass das Militärrealgymnasium in zwei Jahren geschlossen wird! Begründet wurde lediglich mit den Einsparungen im Bundesheer. In keinster Weise wurden tiefgreifende Überlegungen bekannt gegeben! Bis heute hat es der Minister nicht Wert gefunden persönlich Stellung zu nehmen oder sich der öffentlichen Diskussion zu stellen!

Man stelle sich vor, wenige Wochen nachdem ein voller Jahrgang diese Schule neu begonnen hat, erklärt der Minister aus finanziellen Gründen das „aus“. Es hat den Anschein, dass weder über Alternativen noch über diese jungen Menschen nachgedacht wurde! Diese Schulform wird von Schüler_innen aus ganz Österreich besucht, es ist eine Ressortübereinkunft mit dem Unterrichtsministerium und nicht nur die vormilitärische Ausbildung ist eine Einzigartigkeit! Diese Schule hat  auch einen starken sportlichen Schwerpunkt (Reiten, Laufsport, Moderner Fünfkampf, Rettungsschwimmen, Klettern, Orientierungslauf). Ganztagesbetreuung wird gelebt, nicht nur von den Erzieher_innen, auch Lehrer_innen stehen nachmittags zur Verfügung. Außerdem gibt es viele Seminare und Veranstaltungen für die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Menschen!

Wie wenig informiert der Minister war zeigt sich in der Tatsache, dass die Schule grundsätzlich gar nicht in zwei Jahren gesperrt werden kann, wie der niederösterreichische Landesschulrat ausführte, denn es handelt sich um eine vierjährige Schulform! Der Minister betreibt in jeglicher Hinsicht Gesprächsverweigerung, seien es Vorschläge aus seiner eigenen Partei oder auch des Koalitionspartners! Von der Opposition ganz zu schweigen! Und noch viel schlimmer auch die Betroffenen haben keine Chance mit ihm persönlich zu sprechen, er nimmt nur eisig lächelnd, wie eine Maske, die Petition der Schüler_innen entgegen.

Wir haben über den Nationalrat eine Anfrage an den Minister gestellt, damit wenigsten Licht ins Dunkel der angesprochenen Einsparungen kommt. Jedoch gibt es noch keine Antwort – wir sind gespannt! Wir haben gegenüber der Presse unsere Sichtweise dargestellt ( „wo ist die Begründung der Entscheidung“) und ich habe mir einen Vormittag Zeit genommen, um mich vor Ort, vom Direktor, Erziehern, Schüler_innen informieren zu lassen, arg fand ich in diesem Zusammenhang, dass bei diesem „Tag der offenen Tür“ auf Weisung seitens des Heeres viele Ausbildungsbereiche nicht gezeigt werden durften, obwohl das gesamte Kaderpersonal in der Freizeit anwesend war und somit der Budgetdruck nicht geltend gemacht werden kann!

Gespannt sind wir auch, ob der intern tatsächlich lancierte Grund (die „Fläche“ des Gymnasium wird für einen Zusammenschluss der gesamten Offiziersausbildung in Wiener Neustadt benötigt) bestand haben wird, nachdem die Grabenkämpfe der Offiziere im Ministerium beendet sind.

Wir wünschen uns für die Zukunft, dafür stehen wir und werden dafür kämpfen, dass VORHER mit den Betroffenen gesprochen wird, ihnen die Möglichkeit gegeben wird sich darzustellen, dass gemeinsam nach Alternativen gesucht wird, bevor eine Entscheidung getroffen wird!

Ja es braucht Mut, sich vor über 185 junge Menschen hinzustellen und zu erklären warum deren Schule geschlossen wird! Ja der Minister wird mit Emotionen zu rechnen haben! Hat er Angst davor vor Ort eines besseren belehrt zu werden und auf die falschen Einflüsterer in seinem Stab gehört zu haben?

Herr Minister haben sie Mut, stellen sie sich der Diskussion, sie werden überrascht welche Ideen ihnen seitens der Schule präsentiert werden würden!

  • waxolunist

    Das BinnenI stört beim Lesen und ist nicht konsequent durchgezogen (Erzieher_innen, Einflüster_innen). Bitte zuerst grammatikalisch korrekt und mit richtiger Punktuation schreiben (trotz gendern heißt es nicht „Die Minister“). Dafür wählt niemand die NEOS.
    Ansonsten danke fürs ans Licht bringen.

  • Jürgen Konecny

    Recht herzlichen Dank für das Feedback! Mea Culpa – bei „Die“ Minister hat sich der Fehlerteufel eingschlichen, allerdings hatte ich nur mit Erziehern gesprochen und auch bei „Einflüsterer“ wurde bewusst die männliche Form gewählt.