Zentralisierung im Gesundheitswesen hungert ländliche Regionen aus

09. May 2019

Kollermann: „Die Gesundheitsversorgung in Niederösterreich wird zunehmend patientenfeindlich“

Eine Effizienzfalle zeigt die Beantwortung einer Anfrage von NEOS-Gesundheitssprecherin Edith Kollermann auf. „An den 27 Spitalstandorten werden immer mehr Ärztinnen und Ärzte beschäftigt, die im Umkehrschluss am Land fehlen. Das heißt, viele Patientinnen und Patienten haben gar keine andere Wahl, als in die Spitalsambulanzen zu gehen“, so Kollermann. Das derzeitige System trage weder zur wohnortnahen Versorgung bei, noch sei es besonders nachhaltig und effizient. „Patientinnen und Patienten müssen längere Wege, Steuerzahlerinnen und Steuerzahler außerdem mehr Kosten in Kauf nehmen. Denn während im niedergelassenen Bereich auf ein spezifisches Krankheitsbild eingegangen wird, kommt im Spital die sogenannte Absicherungsmedizin dazu. Diese kostet wesentlich mehr Geld und Zeit, hat aber mit einer besseren Versorgung nichts zu tun“, wie Kollermann ausführt.

Primärversorgung deutlich ausbauen, bevor das System an die Wand fährt

Die Gesundheitssprecherin der NEOS plädiert für eine deutliche Stärkung der Primärversorgung. „Es braucht eine rasche Umschichtung von Finanzmitteln vom Krankenhaus in die wohnortnahe Primärversorgung. Diese wird derzeit nämlich nur in homöopathischen Dosen ausgebaut. Das ist in einem Flächenbundesland wie Niederösterreich, dessen Bevölkerung älter wird und auf Ärzte in der Umgebung angewiesen ist, nicht hinnehmbar“, so Kollermann, die auf Einsicht bei der ÖVP hofft. „Standortgarantien klingen super, sichern aber weder die Qualität in den Krankenhäusern noch die wohnortnahe Versorgung. Mit dieser Art der Zentralisierung hat die ÖVP auf das falsche Pferd gesetzt und ich hoffe für uns alle, dass man das besser heute als morgen erkennt“, so Kollermann abschließend.