Lebensraum Schule - Unsere Ideen für eine grüne Schule 

29. August 2019

"Der Klimawandel schreitet voran – mit gravierenden Folgen für Mensch und Umwelt."

Eine Vielzahl von Studien lassen keinen Zweifel offen: Der Klimawandel schreitet voran – mit gravierenden Folgen für Mensch und Umwelt. Als Konsequenz ist ein Systemerneuerung auf vielen Ebenen notwendig. Eine Schlüsselrolle bildet dabei der Bildungsbereich. Die Schule der Zukunft muss ein Bewusstsein für einen sich verändernden Planeten schaffen und das entsprechende Wissen möglichst praxisnah vermitteln. Der Start ins neue Schuljahr soll deshalb dazu genutzt werden, Lehrpläne und Schulstandorte fit für die Herausforderungen der Zukunft zu machen.

Schule muss damals wie heute auf das Leben vorbereiten, heutzutage aber – vereinfacht gesagt – mehr können, als den Jüngsten der Gesellschaft Lesen, Rechnen und Schreiben zu vermitteln. Die Herausforderung besteht darin, den Schülerinnen und Schülern auf ihren Lebenswegen praxisnahe Kompetenzen in einem ebenso praxisnahen Umfeld mitzugeben. Dazu zählt auch das Wissen über den Schutz der Umwelt und den Klimawandel. Nur wer in hier frühzeitig sensibilisiert wird, kann in Zukunft richtig handeln.

Umwelt- und Klimaschutz im Unterricht

In Niederösterreich gibt es bereits einige öffentliche und private Schulen, die vorangehen und sich in entsprechenden Schwerpunkten dem Thema Umwelt widmen – darunter etwa die Höhere Lehranstalt für Umwelt und Wirtschaft im Yspertal oder die NMS Ernstbrunn, die einen ökologischen Schwerpunkt anbietet. Bislang sind es 130 sogenannte „Umwelt.Wissen.Schulen“, die Projekte oder Schwerpunkte zu Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen umsetzen. Ziel muss es sein, alle Schulstandorte Niederösterreichs in dieses Netzwerk nachhaltiger Schulen aufzunehmen, ihre Projekt- und Schwerpunktarbeit auszubauen und flächendeckend anzubieten. Viele Schulen im Land befassen sich bislang nämlich kaum mit Umwelt- und Klimaschutz, teilweise fehlt auch der politische Wille: Anfang August ist bekannt geworden, dass für praxisnahe Umweltprojekte heuer weniger Geld des Bundes zur Verfügung stehen wird, obwohl die Umweltbildung seit 1979 als Unterrichtsprinzip verankert ist. NEOS fordert deshalb, den Fächerkanon ins 21. Jahrhundert zu befördern und die Umwelt- und Klimabildung in den Schulen zu stärken. Wir wollen:

  • das Thema Umweltschutz altersangepasst für den Kindergarten aufbereiten.
  • einen projektorientierten Unterricht zum Thema Umwelt und Klima ab der 1. Klasse Volksschule.
  • die Einrichtung flächendeckender Umwelt- und Klimaschwerpunkte in den neuen Mittelschulen.
  • einen massiven Ausbau der Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Pädagog_innen – hier stellen NEOS eine entsprechende Anfrage, wie viele von ihnen pro Jahr entsprechende Angebote wahrnehmen.

Umwelt- und Klimaschutz am Schulstandort

Die Schule selbst ist mehr als nur Tafel, Tisch und Sessel, sondern zentraler Lern- und Aufenthaltsraum junger Menschen über viele Jahre hinweg. Dieser Tatsache wird viel zu wenig Rechnung getragen. Besonders die Hitze beeinflusst den Lernerfolg, weshalb NEOS die flächendeckende Einrichtung „Grüner Schulen“ vorschlagen: Hocheffiziente Fassaden- und Dachbegrünungen mit Photovoltaik-Kombinationen sind von der Forschung als optimale Lösung für die Energieeffizienz in gesamtökologischer Betrachtung ausgemacht worden. 
Generell sollte die öffentliche Hand klimaneutral bauen. Bei vielen Gebäuden, insbesondere Schulen, ist das leider nicht der Fall. Zwar gibt hier entsprechende Fördermodelle. Allerdings muss auch das Bewusstsein dafür geschärft werden. Gerade hier muss das Land eine Initiative setzen und Vorbild sein: Mit einer Roadshow durch Niederösterreichs Schulgemeinden sollen die schulerhaltenden Bürgermeisterinnen und Bürgermeister verstärkt informiert und Möglichkeiten der Ökologisierung ausgearbeitet werden. Wir wollen:

  • energieautarke Schulen, beispielsweise durch Schüler_innen- oder Bürger_innen-Solarkraftwerke am Dach oder eigene Photovoltaik-Anlagen. Die Sonnenstrom- und Warmwassererzeugung auf dem Schuldach wird über eine Beteiligungsgemeinschaft von den Schülerinnen und Schülern, gemeinsam mit den Eltern oder Bürgerinnen und Bürgern betrieben. Dieses Modell ermöglicht nicht nur praxisnahen Unterricht, sondern schont auf lange Sicht das Budget der Gemeinde.Sofern die technische Realisierbarkeit gegeben ist, können solche Minikraftwerke auf jedem Schuldach des Landes gebaut werden.
  • begrünte Schulen, innen wie außen – heißt: Raum-, Dach-, Fassaden- und Hof-Begrünung zur Abkühlung und Schaffung eines lernfreundlichen Umfelds.
  • gesündere Lebensmittel für unsere Kinder. Im Idealfall wachsen diese im eigenen Schulgarten oder werden von Landwirten aus der Region zugekauft. Darüber hinaus braucht jede Schule eine eigene Küche – auch um Kinder frühzeitig für das Thema gesunde Ernährung zu sensibilisieren.

Eine grüne Infrastruktur ist nicht unerschwinglich, sondern kostet in etwa ein bis zwei Prozent der Baukosten - diese amortisieren sich über den Lebenszyklus des Gebäudes, z.B. durch einen niedrigeren Energieverbrauch. Für die Anfangsfinanzierung schlägt NEOS allerdings die Bereitstellung sowohl von Darlehen als auch Fördermittel vor. Dazu sind die derzeit vorhandenen Fördermittel des Landes stärker auf die Schulgebäude zu fokussieren, um verstärkt in die Zukunft unserer Kinder und der Schulen zu investieren.