Patientenverlagerung nach Wien und Oberösterreich endlich stoppen

25. April 2019

Kollermann: „Niederösterreich schiebt Verantwortung in der Gesundheitsversorgung auf andere Bundesländer ab“

Das Land Niederösterreich verlagert gezielt Patientinnen und Patienten in die benachbarten Bundesländer. Das bestätigt eine Anfragebeantwortung der Landesregierung an NEOS-Gesundheitssprecherin Edith Kollermann. „Einige Patientinnen und Patienten entscheiden sich freiwillig für eine Behandlung in Wien oder Oberösterreich. Bei anderen wiederum hilft das Land nach. Das passiert entweder direkt, indem man das Angebot nicht an die Nachfrage anpasst oder indirekt, indem Therapien über ein sogenanntes Innovationsboard abgelehnt werden und die Patienten somit zur Abwanderung gezwungen sind“, so Kollermann. Gerade in der Strahlentherapie zeige sich das deutlich. „Obwohl der Anteil der niederösterreichischen Versicherten bei der Wiener Gebietskrankenkasse seit Jahren sinkt, steigt ihr Anteil in Wiener Spitälern. Die Hälfte der Krebspatientinnen und -patienten aus Niederösterreich lässt sich mittlerweile in Wien behandeln, weitaus weniger können eine Therapie im eigenen Bundesland machen.“

Kollermann kritisiert, dass die nach außen getragene Strategie der Landesregierung nicht den Fakten entspreche. „Zwischen der schönen Theorie und der gelebten Praxis klafft doch eine riesige Lücke“, so die Gesundheitssprecherin. Sie fordert eine Neuaufstellung des Gesundheitsbereichs in Niederösterreich. „Das Land richtet den Fokus bei sinkender Bettenauslastung auf den Aus- und Neubau von Spitälern, anstatt auf eine wohnortnahe Primärversorgung oder den Ausbau von speziellen Therapieformen. Das ist kein ehrlicher Umgang, weder mit den Sorgen der Bevölkerung, noch mit den finanziellen Mitteln“, so Kollermann abschließend.