Nordeuropa-Modell gegen den Landarztmangel

23. August 2019

Im Kampf gegen den Hausärztemangel fordert NEOS-Gesundheitssprecherin Edith Kollermann ein politisches Bekenntnis zur Primärversorgung. „Das Problem ist, dass die Landeskliniken in Niederösterreich mehr Ärzte anstellen als das in anderen Bundesländern der Fall ist. Seit 2001 gibt es in den Spitälern ein Plus von 56 Prozent – diese Ärztinnen und Ärzte fehlen logischerweise am Land“, rechnet Kollermann vor. Neben einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen – weniger Bürokratie und bessere Honorare etwa – müsse sich das Land deshalb verstärkt auf die Primärversorgung konzentrieren. „In nordeuropäischen Ländern wird bereits ein Großteil der Patientinnen und Patienten im niedergelassenen Bereich versorgt. Dabei arbeiten verschiedene Gesundheitsberufsgruppen auf Augenhöhe zusammen. Das Krankenhaus wird hingegen erst nach einer Überweisung aus dem niedergelassenen Bereich oder bei Notfällen aufgesucht.“ Dadurch kämen die Nordeuropäer aktuell mit einem Drittel der Spitalsaufenthalte aus. Durch die Stärkung der niedergelassenen Versorgung und die Aufwertung der nicht-ärztlichen Gesundheitsberufe komme man in Nordeuropa auch mitwesentlich weniger ärztlichem Personal aus, ohne in einen „Ärztemangel“ zu steuern.