NEOS wollen Aktionsplan für Kinder- und Jugendgesundheit

15. April 2021

Collini: „Müssen jetzt handeln, um die psychosoziale Krise und ihre Spätfolgen bestmöglich zu mildern.“ 

NEOS wollen die psychische Belastung der Krise mit einem Aktionsplan für Kinder- und Jugendgesundheit mildern. Landessprecherin Indra Collini hat dazu fünf Maßnahmen präsentiert, die nun als Anträge aufbereitet würden. „Nach einem Jahr der Isolation werden bei Kindern und Jugendlichen zunehmend die Folgen der Pandemie sichtbar. Dass bereits jeder Sechste suizidale Gedanken hat, ist ein erschreckendes Alarmsignal. Wir müssen endlich mit dem Virus leben lernen, einen halbwegs normalen Schulalltag ermöglichen und den Kindern und Jugendlichen ein Stück Freiheit zurückgeben.“

Collini fordert das Land dazu auf, das stationäre Angebot der kinder- und jugendpsychiatrischen Einrichtungen zu überprüfen und wo notwendig aufzustocken. Außerdem fordert sie die Aufstockung des psychotherapeutischen Kassenangebots sowie den Ausbau der schulpsychologischen Betreuung in Niederösterreich. „Der Nachholbedarf ist enorm, denn derzeit steht eine Schulpsychologin oder ein Schulpsychologe rund 6.100 Kindern gegenüber. Noch schlechter ist der Betreuungsschlüssel bei Kassenarztpraxen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, wo auf rund 27.000 Kindern- und Jugendlichen eine Kassenarztstelle kommt. Dieses schlechte Verhältnis benachteiligt alle Familien, die sich den Besuch in der Wahlarztpraxis nicht leisten können.“ Weiters am Plan der NEOS: Schulworkshops, um sich mit dem Tabuthema psychische Gesundheit auseinanderzusetzen sowie ein flächendeckendes Betreuungs- und Freizeitangebot im Sommer.

Unterstützung erhält Collini von Christine Saahs, Fachärztin für Kinder- und Jugendheilkunde, in deren Kremser Praxis zunehmend Kinder mit frühkindlichen Depressionen beobachtet werden. „Kinder leiden unter massiven Ängsten, nässen ein, haben Schlafstörungen oder zeigen aggressive Verhaltensmuster. Vor allem die Angst, dass jemand aus der Familie stirbt, ist präsent. Auch Jugendliche wurden aus der Bahn geworden, weil die tägliche Struktur weg ist und es kaum Perspektive gibt.“ Die Fachärztin fordert von der Politik, das Thema psychische Gesundheit endlich ernst zu nehmen. Die Verantwortlichen seien gefordert, bei Maßnahmen besonders auf das Kindeswohl zu achten. „Kinder brauchen Sicherheit und Vertrauen für eine gesunde Entwicklung. Seit einem Jahr leben sie allerdings mit Angst und der Ungewissheit, wie es morgen weitergeht.“