NEOS: Warnung vor Versorgungsengpass durch Pflegenotstand

9. November 2021

Collini: „Die Landesregierung ist mehr denn je gefragt, eine Pflegekrise im Land abzuwenden.“

Vor einem Pflegenotstand mit massiven Versorgungsengpässen in NÖ warnen heute die NEOS. Der Druck auf Pflegekräfte habe zuletzt auch wegen Corona zugenommen, eine Lösung der seit Jahren bekannten Probleme müsse deshalb oberste Priorität im Land haben. „Die Pflegekräfte arbeiten am psychischen und physischen Limit. Die Landesregierung muss endlich gegensteuern, denn Pensionierungen, immer älter aber nicht gesünder werdende Menschen sowie die hohe Drop-Out-Rate aus dem Beruf werden die ohnehin schon dramatische Situation weiter verschärfen“, so NEOS-Landessprecherin Indra Collini.

Das habe auch schwerwiegende Folgen für das System. Pflegekräfte seien verzweifelt, weil sie sich nicht ausreichend um ihre Schützlinge kümmern könnten, Angehörige überlastet, weil sie bei der Versorgung oft auf sich allein gestellt seien. Darüber hinaus seien die Arbeitsbedingungen kaum attraktiv für Junge. „Das betrifft die Vorstellungen über ein ausgewogenes Arbeits-, Familien- und Freizeitleben ebenso wie die Entlohnung. Unter diesen Umständen wird es immer schwieriger, junge Menschen für den Pflegeberuf zu begeistern.“

Pflegemodelle wie Buurtzorg und ähnliche Community-Nurse-Modelle fördern 

Für NEOS-Gesundheitssprecherin Edith Kollermann fehlt es derzeit an einem Masterplan Pflege, der auch auf das Thema Prävention eingeht. Sie fordert außerdem ausreichende Landesförderungen, um andere Hauskrankenpflegemodelle wie „Buurtzorg“ landesweit auszurollen. Das niederländische Pflegemodell setzt darauf, die Ressourcen der Pflege zuallererst für die Pflegebedürftigen einzusetzen, kommt ohne Managementstrukturen aus und verrechnet Betreuungszeiten anstelle von Einzelleistungen. „Das Modell ist bereits international erprobt und vielversprechend. Es gibt deutlich weniger Fluktuation und Krankenstände. Das macht Buurtzorg sogar kostengünstiger bei hoher Qualität in der Pflege und weniger Zeitdruck für Pflegekräfte.“

Buurtzorg Österreich fordert nationalen Schulterschluss 

Kritik am Land übt in diesem Zusammenhang Dr. Wolfgang Huber, ehrenamtlicher Geschäftsführer von Buurtzorg, der das Modell nach Österreich gebracht hat. „Obwohl wir international zu den beliebtesten Arbeitgebern zählen und bereits in Korneuburg die Feuerwehr gegen den Pflegenotstand sind, scheitert die flächendeckende Ausrollung von Buurtzorg am Willen der Landespolitik. Obwohl das Modell erprobt ist, will man es nicht einmal probieren. Hier braucht es einen nationalen Schulterschluss ohne Parteipolitik, um diese dramatische Situation zu mildern.“