NEOS: SMA-Betroffene werden in NÖ vertröstet

9. Oktober 2020

Kollermann: „Niederösterreich darf nicht auf Kosten der Patientinnen und Patienten sparen und die Verantwortung in andere Bundesländer abschieben.“

NEOS-Gesundheitssprecherin Edith Kollermann attestiert der Gesundheitspolitik des Landes einen Sparkurs zu Lasten der Patientinnen und Patienten. Hintergrund: Eine Anfragebeantwortung des Gesundheitsministerium zeigt, dass Medikamente gegen die Spinale Muskelatrophie – eine seltene Muskelschwunderkrankung – in Niederösterreich über das Medizinische Innovationsbord zurückgehalten werden. „Von 19 Erkrankten aus Niederösterreich sind lediglich vier mit dem teuren, aber lebenswichtigen Medikament Spinraza behandelt worden. Allerdings zeigt sich, dass die Betroffenen dafür in andere Bundesländer ausweichen mussten“, wie Kollermann betont. „Das ist wieder einmal kein gutes Bild, das die niederösterreichische Gesundheitspolitik hier erzeugt. Es kann nicht sein, dass selbst bei dieser geringen Anzahl von Erkrankten noch auf Kosten der Patientinnen und Patienten gespart wird.“

Laut Kollermann sei an einem Medizinischen Innovationsboard nichts auszusetzen. Allerdings dürfe das Prozedere dahinter nicht dazu führen, dass lebenswichtige Medikamente so restriktiv vergeben werden, dass sich unsere Patientinnen und Patienten hilfesuchend an Nachbarbundesländer wenden müssen. Kollermann dazu: „Niederösterreich muss sich bei der Behandlung an Wien und Oberösterreich orientieren. Denn beide Bundesländer liegen bei der Anzahl der Behandlungen deutlich über dem Österreich-Schnitt von 55 Prozent.“