NEOS: Pflegeheimskandale zeigen politisches Versagen auf

7. April 2021

Kollermann: „Die jüngsten Vorwürfe aus Sitzenberg-Reidling sind Folge zahlreicher Reformversäumnisse.“

Die wiederkehrenden Missbrauchsvorwürfe gegen niederösterreichische Pflegeheime – zuletzt gegen das private Pflegeheim in Sitzenberg-Reidling – deuten NEOS zufolge zunehmend auf ein Systemversagen hin. „Ohne den Ermittlungen vorgreifen zu wollen, erinnert der jüngste Verdachtsfall leider sehr stark an den Missbrauchsfall im Clementinum Kirchstetten. Auch dort ist man an der Ineffizient der externen wie internen Kontrolle gescheitert. Es stellt sich daher zunehmend die Frage, was die Verantwortlichen im Land aus diesem Fall gelernt haben und welche Maßnahmen getroffen wurden, um solche zutiefst verabscheuenswürdigen Taten künftig bestmöglich zu verhindern.“

In einer Anfrage an Soziallandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister will Kollermann u.a. wissen, unter welcher Aufsicht Privatheime stehen und nach welchen Kriterien sie als Vertragspartner des Landes ausgewählt werden. Vom Land fordert die pinke Gesundheitssprecherin außerdem weitreichende Reformen. „Sich mit Maßnahmen zu begnügen, die offensichtlich nicht wirken, ist zu wenig. Vor allem wenn der Reformbedarf durch immer wiederkehrende Missbrauchsfälle in Pflegeheimen deutlich wird. Es braucht etwa mehr Personal, um zu verhindern, dass es zu einer Überforderung der Pflegekräfte kommt. Denn wird der Frust über die Arbeitsbedingungen zu groß, sind ältere und betagte Menschen häufig die Leidtragenden.“