NEOS: NÖ-Pflegesystem reformieren oder Kollaps riskieren

12. Mai 2021

Kollermann: „Brauchen deutlich mehr Pflegeplätze und Personal im System.“

NEOS-Sozialsprecherin Edith Kollermann mahnt anlässlich des Internationalen Tags der Pflege zu mehr Eile bei der Beseitigung bekannter Baustellen im Pflegebereich. So müsse das Land deutlich mehr unternehmen, um den eklatanten Platz- und Fachkräftemangel zu beseitigen. „Die Herausforderungen sind bekannt, trotzdem hat sich das Land beim Gesamtkonzept Pflege über Jahre hinweg auf den Bund ausgeredet und damit wertvolle Zeit verloren“, so Kollermann, die auf ein NEOS-Konzept aus 2019 verweist, das unter Einbindung von Pflegekräften entstanden ist. Darin wird u.a. auf den Ausbau der mobilen Pflege, der Tagesbetreuung und der Kurzzeitplätze zur Entlastung pflegender Angehöriger verwiesen. Mittel- und langfristig müsse außerdem verstärkt in Prävention und alternative Wohnkonzepte für ältere Menschen investiert werden, damit diese möglichst lange gesund und selbstständig leben können. „Wir müssen eine Perspektive für das Altern in Würde schaffen, indem wir endlich einen anderen Blick auf das Thema zulassen.“

Deutlich mehr Anstrengungen als bislang seien laut Kollermann aber auch bei der Suche und Ausbildung von Pflegekräften mit hoher fachlicher Qualifikation notwendig. „Die Belastung im Pflegeberuf steigt, weil auf einen Pflegeplatz immer mehr Pflegebedürftige kommen und die steigende Lebenserwartung einen höheren Betreuungsbedarf erwarten lässt. Das bedeutet, dass Arbeitszeit und Bezahlung attraktiver gestaltet, Pflegekräfte noch gezielter als bislang angeworben und geeignete Arbeitssuchende umgeschult werden müssen. Andernfalls werden bald viele Pflegekräfte wegen Überforderung aus dem Beruf aussteigen und Missstände, wie sie zuletzt aus Pflegeeinrichtungen bekannt wurden, mehr werden“, so Kollermann abschließend.