NEOS NÖ: Pflege vorausschauend planen und auf zukunftsfitte Beine stellen

19. Februar 2020

Kollermann: „Niederösterreich muss in die Gänge kommen, bevor das Pflegesystem im Land selbst zum Pflegefall wird.“

NEOS-Gesundheitssprecherin Edith Kollermann fordert nach dem für das Land NÖ verheerenden Rechnungshofbericht über politische Versäumnisse in der Pflege einen deutlichen Ausbau der Pflegeplätze. „In vielen Regionen Niederösterreichs kommen mehr als neun Pflegebedürftige auf einen Pflegeplatz. Das zeigt, dass es auch hier keine vorausschauende Bedarfsplanung gibt und das Land nicht ausreichend auf gesellschaftliche Entwicklungen vorbereitet ist“, so Kollermann, die den konsequenten Ausbau der mobilen Pflege, Tagesbetreuungseinrichtungen und Kurzzeitpflegeplätze zur Entlastung von pflegenden Angehörigen fordert. Gleichzeitig brauche es mehr Pflegekräfte mit hoher fachlicher Qualifikation, weil es mehr Pflegebedürftige mit höherer Pflegestufe gebe. „Durch die Abschaffung des Pflegeregresses hat sich der Andrang auf Heimplätze verstärkt, was durch den Anspruch ab Pflegestufe 4 teilweise abgefedert wird. Allerdings haben das und die Tatsache, dass wir immer älter werden und mehrfach erkranken, bewirkt, dass der Pflege- und Betreuungsbedarf pro Bewohner steigt. Wenn wir nicht ausreichend geeignete Menschen für diesen Beruf begeistern können, wird die Überforderung viele Pflegekräfte aus dem Beruf drängen. Deshalb muss man rasch bei Attraktivierung und Wertschätzung ansetzen“, wie die Gesundheitssprecherin ausführt. Sie plädiert auch für eine bürokratische Entlastung – etwa durch die Möglichkeit für mobile Pflegekräfte, ihre Leistungen selbstständig mit den Krankenkassen abzurechnen. Darüber hinaus brauche es endlich bundeseinheitliche Standards in der Pflege und ein Finanzierungskonzept, das auch für die nächsten Generationen ausgewogen sei. „NEOS hat dazu im Vorjahr ein Pflegekonzept vorgelegt, das sich in vielen Fragen mit den jüngsten Empfehlungen des Rechnungshofes deckt. Von den Verantwortlichen hat es bislang allerdings hauptsächlich Ankündigungen und wenig konkrete Maßnahmen gegeben.“