NEOS NÖ: Alarmierender Notstand bei Ärzte-Bereitschaftsdiensten

05. February 2020

Kollermann: „Fehlende Planung bei Bereitschaftsdiensten sorgt für überfüllte Ambulanzen.“

NEOS-Gesundheitssprecherin Edith Kollermann sieht die flächendeckende Gesundheitsversorgung im Land zunehmend in Gefahr. Aus den Daten einer Anfragebeantwortung gehe hervor, dass im Schnitt an nur 75 Prozent aller Wochenend- und Feiertage ein ärztlicher Bereitschaftsdienst zur Verfügung steht. „Ob die Patientinnen und Patienten gut versorgt sind, hängt in Niederösterreich vom Wohnort ab. In einem Viertel der Sprengel gibt es immer weniger Bereitschaftsdienste. So etwa in einigen Gänserndorfer Gemeinden, wo eine Bereitschaft von Jänner bis März nur mehr an fünf von 28 Wochenend- und Feiertagen geplant ist. In acht Sprengeln – vier davon im Bezirk Mistelbach – stehen überhaupt keine Ärztinnen und Ärzte mehr zur Verfügung“, so Kollermann. Das bringe vor allem für die Landeskliniken Folgeprobleme. „Patientinnen und Patienten müssen längere Anfahrtswege und Wartezeiten in Kauf nehmen, weil sie in die ohnedies schon überfüllten Notfallambulanzen ausweichen müssen. Dort kostet dann jeder Handgriff vier Mal so viel wie beim Hausarzt und für echte Notfälle stehen weniger Zeit und Personal zur Verfügung“, wie Kollermann betont.

Laut der Gesundheitssprecherin hätten die Kassen nicht ausreichend auf das Urteil, wonach Kassenärzt_innen nicht zur Bereitschaft verpflichtet werden können, reagiert. „Ich bin davon überzeugt, dass die Ärztinnen und Ärzte alles dafür tun, um die notwendige Versorgung aufrecht zu erhalten. Allerdings fehlt es an einer angemessenen Honorierung ihrer Leistungen und an einem Abbau der Bürokratie.“ Das Zahlenmaterial mache zudem deutlich, dass es ein rasches Umdenken der Politik brauche. „Die Politik muss endlich die Herausforderungen im Gesundheitsbereich anerkennen, von den Besten lernen und Geld von den Kliniken in die wohnortnahe Primärversorgung umschichten. Wir wollen das beste Gesundheitsversorgung im Sinne der Patientinnen und Patienten.“ Kritik übt Kollermann diesbezüglich am fehlenden Plan im Land. Bis 2021 seien 14 Primärversorgungseinheiten vorgesehen. Derzeit seien aber erst drei in Betrieb, eine vierte komme im April hinzu. „Wann und wo die restlichen Primärversorgungseinheiten in Betrieb gehen sollen, hat uns Landesrat Eichtinger auf Nachfrage nicht sagen können“, so Kollermann abschließend.