NEOS: Land NÖ steht vor weiterer Verschärfung des Landarztmangels

16. Dezember 2021

Kollermann: „Bedürfnisse des medizinischen Nachwuchses ernst nehmen, bevor noch mehr Junge w.o. geben.“

NEOS-Gesundheitssprecherin Edith Kollermann warnt nach dem jüngsten RH-Bericht vor einer weiteren Verschärfung des Landarztmangels in Niederösterreich. „Viele Studierende stoßen viel zu spät auf das Berufsbild Hausarzt und gehen dem niedergelassenen Bereich deshalb verloren. Hinzu kommt, dass nicht einmal jede fünfte Lehrpraxisstelle im Land besetzt ist. Das hat schwerwiegende Auswirkungen, denn während zu wenig Jungmediziner nachfolgen, scheiden zu viele Ältere durch die Pensionierungswelle aus dem Beruf.“

Kollermann fordert deshalb, Studierende über die Lehrpraxis künftig deutlich früher an das Berufsbild des Allgemeinmediziners heranzuführen. Außerdem müsse das Land mehr tun, um die Gründung von Primärversorgungszentren zu attraktivieren. „Hier passen Anspruch und Wirklichkeit nicht zusammen. Bis heuer hätten es laut Landesregierung 14 NÖ-Primärversorgungseinheiten geben sollen, derzeit liegen wir bei vier.“


Als Lösung für den Landarztmangel völlig ungeeignet sei jedenfalls die Forderung der NÖ-Landesregierung nach mehr Studienplätzen. „Wer das als primäre Lösung betrachtet, hat das Problem nicht verstanden. Bildlich gesprochen versucht die Landesregierung, den Wasserstand einer undichten Flasche zu halten, indem sie immer wieder Wasser nachfüllt. Die bessere Lösung wäre aber, das Leck zu schließen und damit nicht das Symptom, sondern die Ursache des Wassermangels zu bekämpfen.“