NEOS: Kollateralschäden der Krise für Gesellschaft nicht länger tragbar

28. Januar 2021

Collini: „Wir müssen sanfte Öffnungsschritte mit Hirn setzen, bevor die Gesundheitskrise immer mehr zur psychosozialen Krise wird.“

NEOS-Landessprecherin Indra Collini beobachtet den sprunghaften Anstieg der Kriseninterventionen – insbesondere bei den Jüngsten in Niederösterreich – mit Sorge. Sie fordert das Land auf, vor allem in der Kinder- und Jugendpsychiatrie entsprechende Vorkehrungen zu treffen, um die psychosozialen Folgen der Krise abzufedern. „Die Signale zur psychischen Gesundheit der Bevölkerung, insbesondere von Kindern und Jugendlichen, sind mit Blick auf das niederösterreichische Gesundheitsangebot besorgniserregend. Derzeit können Kinder und Jugendliche nur in Mauer, Tulln und Hinterbrühl stationär aufgenommen und psychiatrisch behandelt werden. Für ein Flächenbundesland wie Niederösterreich gibt es dort aber deutlich zu wenig Plätze. Zudem muss die Schulpsychologie deutlich ausgebaut und so ein möglichst niederschwelliges Angebot mit Fokus auf die Früherkennung geschaffen werden“, so die Landessprecherin.

Für Collini könne eine mögliche weitere Verlängerung des Lockdowns nur Ultima Ratio sein. „Bei allem Verständnis dafür, dass es weiterhin unkalkulierbare Risiken gibt, fehlt mir nach fast einem Jahr der Pandemie die Verhältnismäßigkeit. Wir alle brauchen endlich eine Perspektive, denn viele Unternehmen stehen vor dem Ruin und Arbeitsplätze werden vernichtet.  Deshalb müssen wir mit einer FFP2-Maskenpflicht, einer klugen Teststrategie für Schulen, den Gesundheitsbereich und köpernahe Dienstleistungen sowie mit Selbsttests in Eigenverantwortung erste Öffnungsschritte setzen. Die Kollateralschäden sind jedenfalls nicht länger tragbar – weder für unsere Kinder und Jugendlichen, denen in der sozialen Isolation die Beziehung zu Gleichaltrigen fehlt, noch für die Wirtschaft, die um tausende Arbeitsplätze kämpft.“