NEOS: Kinderärztliche Versorgung auf Kasse ist am absoluten Limit

9. Juni 2021

Kollermann: „Im südlichen Niederösterreich steht für 9.000 Kinder nur ein Arzt zur Verfügung.“

In Niederösterreich gibt es immer weniger Kinderkassenärztinnen und -ärzte für immer mehr Kinder. Als Beispiel führt NEOS-Gesundheitssprecherin Edith Kollermann das südliche Niederösterreich mit den Bezirken Baden, Wiener Neustadt und Neunkirchen an. „Das Betreuungsverhältnis in der Region ist inakzeptabel, denn für 45.000 Kinder bis 14 Jahre stehen in der Region nur fünf Kinderkassenarztpraxen zur Verfügung. Das bedeutet ein Betreuungsverhältnis von 1:9.000. Dass das nicht zu bewerkstelligen ist, dürfte jedem klar sein. Trotzdem wiederholt die ÖGK gebetsmühlenartig, dass alle Planstellen besetzt sind, anstatt darüber nachzudenken, ob das Bevölkerungswachstum der letzten Jahre weitere Planstellen notwendig macht.“

Derzeit unternehme die Kasse jedenfalls viel zu wenig, um eine zufriedenstellende Versorgung sicherzustellen. Kollermann fordert deshalb eine kritische Evaluierung der Planstellen. Darüber hinaus müssten auch alternative Konzepte Beachtung finden, sollten diese die Versorgung verbessern, wie Kollermann nach einem Austausch mit der Wiener Neustädter Kinderärztin Dr. Monika Peter festhält. „Seit 2019 bemüht sich Dr. Peter um die Errichtung eines Ambulatoriums, um den enormen Andrang auf ihre Praxis abzufedern, erhält aber keinerlei Unterstützung. Damit wird auch die Kindermedizin im Land zunehmend zur Zweiklassenmedizin.“