NEOS: Gesundheitsvorsorge muss wieder in den Fokus rücken

7. Februar 2022

Kollermann: „Andere Krankheiten wurden in der Pandemie durch die ausbleibende Früherkennung leichter übersehen.“

NEOS-Gesundheitssprecherin Edith Kollermann ortet einen zunehmend gefährlichen Rückstau in der Gesundheitsvorsorge. Sie fordert deshalb, die Bürgerinnen und Bürger – so wie bei den Impfterminen – schriftlich an Vorsorgeuntersuchungen zu erinnern. „Viele Menschen haben ihre Vorsorgetermine aus Angst vor einer Ansteckung in den letzten beiden Jahren nicht wahrgenommen. Die Folge ist eine Welle verschiedenster Krankheiten, deren Heilungsaussichten aufgrund fehlender Früherkennung sinken“, so Kollermann bei der Übergabe einer Spende an die Kinderkrebshilfe Niederösterreich.

Künftig – so Kollermann – müsse das Augenmerk verstärkt auf Prävention liegen. „Wenn wir ein gesundes Leben führen wollen, dann braucht es ein entsprechendes Bewusstsein dafür. Schon jetzt zählt Österreich mit durchschnittlich nur 57 gesunden Lebensjahren zu den europäischen Schlusslichtern – Tendenz sinkend, und das trotz hoher Gesundheitsausgaben. Beim Nachbarn Deutschland sind es ganze zehn gesunde Lebensjahre mehr.“

Anfrage zu verschobenen Operationen 

Neben der erschreckend geringen Anzahl an gesunden Lebensjahren seien verschobene OP-Termine eine weitere Achillesferse im Land. In einer Anfrage an den für die Landeskliniken zuständigen LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf will Kollermann deshalb wissen, mit welcher Begründung wie viele Operationen seit 2020 verschoben wurden. „Wir wissen nicht, welche Kriterien herangezogen wurden und wer genau diese Kriterien festgelegt hat. Für die Betroffenen kann das aber von länger anhaltenden Schmerzen bis verminderten Heilungschancen alles bedeuten.“