NEOS: Fehlende Kinderbetreuungsplätze führen in Teilzeitfalle und Altersarmut

1. September 2021

Collini: „Braucht endlich ein Bewusstsein in der Landesregierung, um Niederösterreichs Frauen nicht weiter in die finanzielle Abhängigkeit zu drängen.“

Einen massiven Mangel an Kinderbetreuungsplätzen ortet NEOS-Landessprecherin Indra Collini in Niederösterreich. „Im Land gibt es nur 187 Krippen und damit deutlich weniger als beispielsweise in Oberösterreich, Tirol oder der Steiermark. Einige Städte und Bezirke wie etwa Krems oder St. Pölten verfügen überhaupt nur über eine einzige entsprechende Einrichtung.“ Das Land müsse folglich rasch investieren, denn für Niederösterreich, insbesondere aber für Frauen, habe die teils schlechte Versorgung massive Folgen. „Solange nicht sichergestellt ist, dass jedes Kind einen qualitätsvollen Betreuungsplatz hat und es wirklich Wahlfreiheit für Frauen gibt, wird eine echte Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht möglich sein. Bis dahin werden zu viele Mütter in der Teilzeitfalle und später in der Altersarmut landen. Zudem fehlen diese Frauen in den Berufen, was den Fachkräftemangel zusätzlich verschärft.“

Aber nicht nur der Mangel an Betreuungsplätzen sei ein Problem, wie NEOS-Gemeinderätin Gertraud Auinger-Oberzaucher aus Baden weiter ausführt. Immer wieder würden sich Mütter an sie wenden, die von enormen Kosten berichten. „Eine Wiener Mutter, die mit ihren beiden Kindern nach Baden ziehen möchte und auf der Suche nach zwei Krippenplätzen ist, hat mir geschildert, dass sie monatlich zwischen 600 und 1.000 Euro aufbringen müsste. In Wien hat sie laut eigenen Angaben bislang 140 Euro bezahlt. Es kann doch nicht sein, dass Kinder zur Betreuung aus Niederösterreich auspendeln müssen. Vor allem nicht aus einer Stadt wie Baden mit rund 26.000 Einwohner.“

NEOS: Lücke zwischen Karenzende und Kindergartenalter schließen

Mittel- und langfristig brauche es laut Collini einen Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz ab dem 1. Geburtstag. Zunächst sei aber die Lücke zwischen dem Kindesalter von 2 und 2,5 Jahren zu schließen. „Die meisten Frauen beenden die Karenz nach zwei Jahren, einen Anspruch auf einen Kindergartenplatz gibt es in Niederösterreich aber erst mit zweieinhalb Jahren. Die entstandene Lücke können Mütter derzeit meist nur dank ihrer sozialen Netze und mithilfe ihrer Familien schließen“, so die NEOS-Landessprecherin.