NEOS: Chaos in Pflegeheimen ist Ergebnis langjähriger Versäumnisse

23. November 2020

Kollermann: „Es ist fahrlässig, erkrankte Pflegekräfte ins Pflegeheim zu schicken.“

NEOS-Gesundheitssprecherin Edith Kollermann ortet angesichts steigender Infizierten- und Todeszahlen in Niederösterreichs Pflegeheimen schwere Versäumnisse der Landespolitik. „Das Land hat im Sommer in vielen Bereichen so getan, als würde der Herbst nicht vor der Tür stehen. So sind die Pflegeheime sich selbst überlassen worden und auch eine einheitliche Teststrategie hat man vergebens gesucht. Bedauerlich ist, dass nun die Verantwortlichen in den Pflegeheimen, die Bewohnerinnen und Bewohner sowie deren Angehörige die Konsequenzen dieses Handelns tragen müssen“, so Kollermann.

Besonders unverständlich sei, dass an Corona infizierte Pflegekräfte zum Arbeitseinsatz verpflichtet werden. „Es ist vollkommen grotesk, auf der einen Seite infizierte Pflegekräfte ins Pflegeheim zu holen und sich auf der anderen Seite über hohe Infektionszahlen zu wundern. Der Eindruck, dass hier fahrlässig gehandelt wird, verstärkt sich zudem durch die Aussage der zuständigen Landesrätin Teschl-Hofmeister. Vom Hoffen allein, wird der Anstieg nicht in den Griff zu bekommen sein.“

Laut Kollermann seien langjährige Versäumnisse nicht von jetzt auf gleich aufzuholen. Allerdings müsse das Land die Anstrengungen, den eklatanten Personalengpass in den Griff zu bekommen, vervielfachen. Darüber hinaus fordert sie, die langjährige NEOS-Forderung nach einem Pflegegesamtkonzept endlich umzusetzen. „Bislang hat die ÖVP dieses Konzept aus parteitaktischen Gründen und zu Lasten aller Pflegebedürftigen im Land abgelehnt.“