Kirchstetten: Prävention durch ausreichend Pflegekräfte und fachlich fundierte Ausbildung

20. March 2019
Edith Kollermann
Kollermann: „Der Fall zeigt, wie prekär die Lage im Pflegebereich bereits ist“

Akuten Handlungsbedarf im Pflegewesen sieht NEOS-Sozialsprecherin Edith Kollermann nach der Teilveröffentlichung von Verhörprotokollen in der Causa Kirchstetten. „Dass die Heimleitung Warnungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ignoriert und sich sogar an der Misshandlung betagter Menschen beteiligt haben soll, zeigt einmal mehr den enormen Handlungsbedarf im Pflegebereich“, so Kollermann. „Es ist allgemein bekannt, dass Übergriffe häufig das Resultat von Überforderung sind und diese Situation wiederum dem Pflegekräftemangel geschuldet ist. Dass die Politik es trotz genauester demografischer Daten bislang nicht geschafft hat, nachhaltige Maßnahmen in die Wege zu leiten, ist erschreckend.“

Hinweisgebende Mitarbeiter ernst nehmen, nicht mundtot machen

Kollermann fordert, die Gewaltprävention künftig stärker in den Fokus der Ausbildung zu rücken und auch die Führungskräfte ausreichend zu sensibilisieren. Zudem müsse sichergestellt werden, dass die Beschwerden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht ungehört bleiben: „Die wirksamste Kontrolle ist jene durch Kolleginnen und Kollegen. Allerdings orte ich hier vor allem in Niederösterreich dringenden Handlungsbedarf. So hat ein hinweisgebender Mitarbeiter aus Tulln zwar keine Rückmeldung vom Land Niederösterreich, dafür aber die Kündigung bekommen.“ Aus zahlreichen Betroffenengesprächen wüsste man, dass es kaum möglich sei, bei den zuständigen Stellen im Land einen Termin zu erhalten.