GRW2020: NEOS wollen Gesundheitsberufe vernetzen und Versorgung wohnortnah ausbauen

15. January 2020

Kollermann: "Um diese Herausforderung stemmen zu können, braucht es Druck aus den Gemeinden, die wohnortnahe Primärversorgung endlich flächendeckend umzusetzen."

Dringenden Handlungsbedarf sehen die NEOS in der Gesundheitsversorgung. Sie haben deshalb ein eigenes Programm für die Gemeinderatswahl zum Bereich Gesundheit & Pflege geschrieben, das heute vorgestellt wurde. Ziel sei es, in Niederösterreich künftig möglichst wohnortnah zu versorgen und in der Pflege neue Wege zu gehen. „Bereits 26 Kassenstellen sind unbesetzt, in den nächsten zehn Jahren geht außerdem die Hälfte der Hausärztinnen und Hausärzte in Pension. Um diese Herausforderung stemmen zu können, braucht es Druck aus den Gemeinden, die wohnortnahe Primärversorgung endlich flächendeckend umzusetzen. Länder wie Dänemark zeigen, dass diese Art der Gesundheitsversorgung am wirksamsten für Patientinnen und Patienten ist“, so Kollermann. Über mehr Medizinstudienplätze könne man zwar diskutieren. Das Problem würde dennoch nicht gelöst. „Wenn 40 von 100 Studierende das Land verlassen, ist eine Aufstockung in erster Linie ein ineffizienter Umgang mit Steuergeld. Sie können zwar bei offenem Fenster die Heizung höher drehen, wärmer wird es dennoch nicht.“

 

Weiters wollen NEOS in den Gemeinden Anreize für Ärztinnen und Ärzte schaffen und alle Gesundheitsberufe der Regionen miteinander vernetzen – etwa in Gesundheitsforen oder mithilfe von Gesundheitsapps. Physiotherapeut und Spitzenkandidat in Gänserndorf, Joseph Lentner, führt aus: „Wir wollen, dass die Patientinnen und Patienten die Behandlung, die sie benötigen, schneller bekommen. Dafür braucht es eine Entlastung in der Organisation und den regelmäßigen Austausch aller Gesundheitsberufe im Ort und der Region“, so Lentner.

 

Ebenfalls Teil des Programms: ein großflächiger Ausbau der Präventionsprogramme in den Gemeinden, ihr Einsatz in Schulen, Kindergärten oder Vereinen sowie die Einrichtung einer Community Nurse in der Pflege. Derzeit würden 85 Prozent der Pflegebedürftigen daheim gepflegt, für pflegende Angehörige und ihre Fragen wolle man deshalb eine Anlaufstelle schaffen. „Viele Angehörige haben das Gefühl allein gelassen zu werden. Das gilt insbesondere im Fall von offenen Fragen über die Erkrankung, den Umgang mit den Erkrankten oder Utensilien, die für die Pflege benötigt werden“, wie Kollermann betont.