Deutschförderklassen: Zurück an den Verhandlungstisch

25. Februar 2019
Indra Collini

Collini: „Die jüngsten Zahlen sind dramatisch und zeigen, dass das Konzept so nicht aufgeht.“

 

Als erschütternd bezeichnet NEOS-Landessprecherin Indra Collini die erste Bilanz des Bildungsministeriums zu den Deutschförderklassen - nur 23 von 662 Schüler_innen in Niederösterreich haben demnach den Umstieg in den Regelunterricht geschafft: „Wir NEOS halten die frühe Förderung von Deutschkenntnissen für sehr wichtig, an der Umsetzung scheiden sich allerdings die Geister. Praktisch alle Expertinnen und Experten haben das Vorhaben der Regierung in dieser Form abgelehnt. Jetzt stehen wir vor den Ergebnissen einer undurchdachten Maßnahme, die nicht funktioniert.“, so Collini.

Mehr Freiheit für Schulen bei Umsetzung der Deutschförderung

Aus Sicht der pinken Landessprecherin sei die Konsequenz ein Zurück an den Verhandlungstisch: „Das negative Expertenfeedback allein wäre eigentlich schon Grund genug, die Deutschförderklassen in ihrer jetzigen Form zu überdenken. Die jüngsten Zahlen untermauern das nun und machen ein Zurück an den Verhandlungstisch notwendig“, so Collini. Sie fordert etwa mehr Freiheiten für Schulleiter_innen: „Die Entscheidung über Förderklassen ist von den jeweiligen Direktorinnen und Direktoren zu treffen. Eine Schule im Waldviertel steht vor ganz anderen Herausforderungen als ihr Pendant im Industrieviertel. Allein schon deshalb kann es kein auf alle Schulen übergestülptes Modell der Sprachförderung geben.“ Laut der NEOS-Fraktionsobfrau sei ein Mehr an Freiheit auch auf anderen Entscheidungsebenen einer Schule wünschenswert: „Die Schulleiterinnen und Schulleiter wissen am besten, welches Personal sie an ihren Schulen brauchen und wo die finanziellen Mitteln am effizientesten eingesetzt werden müssen. Wir schlagen deshalb die Einrichtung von Pionierschulen vor, um finanzielle, pädagogische und personelle Freiheiten testen und evaluieren zu können.“