Offener Brief: Unternehmen entlasen, Arbeitsplätze sichern

11. August 2020

Sehr geehrter Herr Präsident KommR Wolfgang Ecker,
sehr geehrter Herr Direktor Mag. Johannes Schedlbauer,

Unser Land steckt in der größten Arbeitsmarktkrise seit Gründung der zweiten Republik. 80.000 Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher sind in Kurzarbeit und in Sorge. Denn sie wissen nicht, wie es um die Zukunft ihres Arbeitsplatzes bestellt ist. 61.583 haben ihren Job verloren und viele von ihnen haben keine Perspektive wie es beruflich weitergeht.

Die Corona-Pandemie hat zahlreiche Unternehmerinnen und Unternehmer samt ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in eine äußerst schwierige, oftmals prekäre und zumeist unplanbare Situation gebracht.

Für viele Menschen und Unternehmen geht es jetzt um ALLES!

Wir hören aus den Betrieben, dass die versprochenen Wirtschaftshilfen oft gar nicht oder erst sehr spät ankommen – meist unter enormem bürokratischem Aufwand.  
Im Herbst steht uns eine zweite Welle ins Haus und die wird größer sein als die bisherige: Eine Insolvenz-Welle mit Potential für einen Tsunami.

Es ist daher JETZT die Zeit zu handeln, wirksame Maßnahmen zu setzen und echte Hilfen auf den Weg zu bringen! Damit die Menschen und die Wirtschaft endlich wieder eine Perspektive haben und Arbeitsplätze gesichert werden.

Die Wirtschaftskammer NÖ hat die Chance in dieser höchst angespannten Lage für unser Niederösterreich und seine Menschen einen echten Rettungsring zu werfen. Die Chance, ihren Mitgliedern in der größten Not zur Seite zu stehen.

Wir NEOS appellieren daher an Sie:

Übernehmen Sie Verantwortung und helfen Sie mit, dieses Land aus der Krise herauszuführen und unsere Unternehmen und unsere Arbeitsplätze zu retten!

1. Lösen Sie Ihre durch Zwangsbeiträge finanzierten Rücklagen i.H.v. 213 Mio. EUR auf und geben Sie dieses Geld den Unternehmen zurück! 
Schnüren Sie ein Hilfspaket, das rasch und unbürokratisch bei den Unternehmen ankommt!

2. Streichen Sie im heurigen Jahr die Grundumlage und entlasten Sie so unsere Unternehmen! 
Derzeit sind die meisten Betriebe in NÖ mit der Krisen- und Konkursabwehr beschäftigt. Jetzt Zahlscheine zu verschicken, ist der falsche Weg!

3. Setzen Sie sich nicht nur für eine spürbare Senkung der Lohnnebenkosten ein, sondern gehen Sie durch die ersatzlose Streichung der Kammerumlage 2 mit gutem Beispiel voran! 
Die Abschaffung dieser Strafsteuer auf Arbeitsplätze ist ein lange diskutierter, längst überfälliger und erster wichtiger Schritt, um Unternehmen zu entlasten und Jobs zu schaffen. Denn mit der KU2 sind auch Sie Mitverursacher unserer enormen Lohnnebenkosten.

Jetzt ist die Zeit für Taten statt für leere Worthülsen! 
Geben Sie diesem Land und seinen Menschen eine echte Perspektive!

DANKE für Ihre Unterstützung für Ihre Mitglieder - die niederösterreichischen Unternehmen – und die vielen, vielen Menschen, die dadurch wieder neue Zuversicht schöpfen können. 
 

Hochachtungsvoll,

LAbg. Mag. Indra Collini

Landesprecherin und Fraktionsobfrau NEOS Niederösterreich
 

LAbg. Mag. Helmut Hofer-Gruber

NEOS Wirtschaftssprecher
 

Mag. Jürgen Margetich

Landessprecher UNOS Niederösterreich