NEOS zu Causa Erntehelfer: Zustände sind Ergebnis jahrelangen Zuschauens

15. September 2020

Hofer-Gruber: „Asoziale Arbeitsbedingungen von Erntehelfern sind auf verfehlte Landwirtschaftspolitik zurückzuführen.“

„Der weitere schockierende Fall von Lohn- und Sozialdumping in einem Landwirtschaftsbetrieb in Niederösterreich zeigt, dass wir mit unseren Warnungen richtig liegen. Dieses Landwirtschaftssystem verursacht einen immensen Preiskampf, bringt Landwirte durch enormen Kostendruck in Bedrängnis und sorgt seit Jahren für verheerende Arbeitsbedingungen von Erntehelfern aus dem Ausland. Wenn der Feinkostladen Europas nur auf Basis massiver Ausbeutung funktioniert, muss jedem klar sein, dass es ein Umdenken braucht“, so NEOS-Landwirtschaftssprecher Helmut Hofer-Gruber.

Kammer vertritt Interessen der Industrie statt der Landwirte

Ein Systemwandel müsse laut Hofer-Gruber auf mehreren Ebenen eingeläutet werden. So müssten sich Landwirtschaftskammer und Bauernbund endlich für Bauern – und nicht für Industrie und Handel einsetzen. „Vor allem die Landwirtschaftskammer hat hier eine absurde Doppelrolle, denn der Raiffeisen-Konzern sitzt dort im höchsten Gremium und beeinflusst die Landwirtschaftspolitik zu Gunsten der Industrie.“

Darüber hinaus brauche es mehr Freiheit für Landwirte. „Fair Trade ist nicht nur etwas für Entwicklungsländer. Wir wollen, dass Bauern ihren Absatzkanal frei wählen können oder dass das Abnahme-Monopol bei Milch und Agrarprodukten fällt. Sich dafür einzusetzen, wäre eigentlich die Aufgabe einer echten Interessensvertretung.“