NEOS zu Causa Erntehelfer: Systemwandel in Landwirtschaft unumgänglich!

19. June 2020

Hofer-Gruber: „Schockierende Bilder über Zustände in Erntehelferunterkunft sind Ergebnis verfehlter Landwirtschaftspolitik.“

NEOS-Landwirtschaftssprecher Helmut Hofer-Gruber zeigt sich ob der Arbeitsbedingungen für Erntehelfer in Niederösterreich entsetzt und fordert einen Systemwandel sowie die Unterstützung für kleine bäuerliche Strukturen ein. „Vertreter der Landwirtschaft betonen gerne die hohe Qualität der heimischen Lebensmittel und möchten Österreich gerne als den ‚Feinkostladen Europas‘ positionieren. Die Bilder von herzigen Kälbern und Schweinchen haben aber wenig mit der verstörenden Realität rund um Unterbringung, Arbeitsbedingungen und Entlohnung von Erntehelfern aus dem Ausland zu tun.“

„Wenn wir als Land Niederösterreich unseren Anspruch an die Qualität der heimischen Nahrungsmittel ernst nehmen, können wir nicht Teile der Produktionskette wissentlich ausblenden. In Österreich gelten aus gutem Grund rechtlich festgelegte Mindeststandards. Die dürfen nicht unterlaufen werden, schon gar nicht auf dem Rücken jener Menschen, die bereit sind Arbeiten zu leisten, für die man hierzulande kaum Arbeitskräfte findet“, so Hofer-Gruber.

„Wenn der Feinkostladen nur mit Ausbeutung von Erntehelfern funktioniert, muss klar sein, dass es ein Umdenken in der Landwirtschaftspolitik braucht. Das beginnt damit, dass unsere Landwirte für ihre Produkte fair entlohnt werden – daher müssen sich Kammer und Bauernbund endlich klar für die Bauern und nicht für die Industrie und den Handel einsetzen. Wenn der Landwirt für seine Produkte nur einen Bruchteil des Konsumentenpreises erhält, läuft das auf den Totalbankrott kleiner landwirtschaftlicher Strukturen hinaus. Das kann nicht im Interesse des Landes und des Klimaschutzes sein.“