NEOS: Überdurchschnittlich viele Zwangsverlängerungen beim Roten Kreuz NÖ

06. July 2020

Kollermann: „Schiefe Optik, wenn günstige Zivildiener zu Lasten der eigenen Mitarbeiter eingesetzt werden.“

Eine Sparpolitik zu Lasten junger Männer ortet NEOS-Sozialsprecherin Edith Kollermann beim Roten Kreuz. Wie aus einer Anfragebeantwortung von Ministerin Christine Aschbacher hervorgeht, hat die Organisation mit 305 Personen mehr außerordentliche Zivis als bisher bekannt zugeteilt bekommen, während gleichzeitig 223 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt wurden. „Selbstverständlich schätze ich die Arbeit des Roten Kreuzes sehr, das steht außer Frage. Dass aber die mit Steuergeld in Kurzarbeit geschickten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit meist zwangsverpflichteten jungen Männern aufgewogen werden, muss man kritisch hinterfragen. Zumal offenbar doch einige der nach Hause geschickten Personen über eine entsprechende Ausbildung verfügen und im Rettungsdienst eingesetzt hätte werden können.“ Keinen schlanken Fuß mache in diesem Zusammenhang auch eine erst kürzlich beschlossene Beitragserhöhung zugunsten der Rettungsorganisationen, wie Kollermann betont.

Die 305 Personen sind Teil jener 457 außerordentlicher Zivis, die in NÖ eingesetzt wurden. Ein Vergleich unter den Bundesländern zeigt ein deutliches Ungleichgewicht: Wien meldet als zweitgereihtes Bundesland 299 außerordentliche Zivis (78 im Rettungswesen), Oberösterreich 195 (50 im Rettungswesen). Das von Covid-19 stark betroffene Tirol hat 105 Zivis zugeteilt bekommen, davon 40 im Rettungswesen.