NEOS NÖ: Weltfremde Vorgaben für Schulkinder müssen einheitlicher Vorgangsweise weichen

13. May 2020

Collini: „Die Bildungsdirektion muss unter Berücksichtigung der Kinderrechte für einen humanen Schulbetrieb sorgen.“ 

Rigide Verhaltensregeln für Schülerinnen und Schüler gehen aus einem an NEOS-Landessprecherin Indra Collini zugespielten Dokument hervor. Laut den Anweisungen einer Neuen Mittelschule in Tulln dürfen Kinder ihren Einzeltisch in den Pausen nicht verlassen, den Mund-Nasen-Schutz nur am Tisch abnehmen und Toiletten nur in der Unterrichtszeit besuchen. „Diese absurden Regeln zeigen eindrucksvoll, dass es kein einheitliches Vorgehen des Landes gibt. Hier werden die Schulleitungen von der Bildungsdirektion wieder einmal im Regen stehen gelassen. Das ist vollkommen falsch verstandene Schulautonomie“, so Collini, die nun auch Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister am Zug sieht. Sie müsse den Schulen vor der zweiten Etappe der Schulöffnungen am 18. Mai klare Handlungsanweisungen übermitteln.

Laut der Landessprecherin seien die Regelungen jedenfalls so auszulegen, dass ein sinnvoller Aufenthalt in der Schule gewährleistet bleibe. Und der schließe laut Collini Sozialkontakte mit Gleichaltrigen und einen gewissen Bewegungsfreiraum mit ein. „Es geht hier nicht mehr nur um die körperliche, sondern auch um die psychische Gesundheit. Wir wissen, dass Kinder darunter leiden, wenn sie ihre Freunde über Wochen nicht sehen dürfen. Wir wissen aber auch, dass Schulöffnungen in anderen Ländern wie Norwegen die Ansteckungsraten nicht wesentlich erhöht haben. Insofern erwarte ich mir, dass hier mit Augenmaß vorgegangen wird und dass vor allem die Fakten über Ansteckungsraten auf den Tisch gelegt werden.“

Mit einer Anfrage an die Landesrätin soll nun geklärt werden, inwiefern das Vorgehen einiger Schulen mit der Bildungsdirektion abgestimmt ist, welche Vorgaben es von Seiten der Direktion dazu gibt und wie diese den Schulen kommuniziert werden.