NEOS NÖ: Pflegekräfte testen anstatt in Quarantäne zu schicken

01. April 2020

Kollermann: „Tests hätten in Kombination mit weiteren Schutzmaßnahmen einen sofortigen Einsatz möglich gemacht.“

NEOS-Gesundheitssprecherin Edith Kollermann hinterfragt die Vorgangsweise des Landes im Fall jener 231 Pflegekräfte, die aus Rumänien und Bulgarien geholt wurden, um den Mangel in der 24-Stunden-Betreuung auszugleichen. „Bei all den medizinischen Fakten, die derzeit am Tisch liegen, wären sofortige Tests bei der Ankunft in Niederösterreich oder vor dem Abflug aus ihren Heimatländern die vernünftige Option gewesen. Hier hätte man innerhalb von acht Stunden Gewissheit gehabt und die Pflegekräfte in Kombination mit weiteren Schutzmaßnahmen wie Masken sofort zum Einsatz bringen können. Stattdessen müssen die Betreuerinnen nun in eine 14-tägige Quarantäne“, so Kollermann. Sie appelliert an Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister die Möglichkeit von Tests zumindest für die Zukunft zu prüfen. „Zeit ist auch in diesem Fall der entscheidende Faktor. Wenn sich die Situation weiter zuspitzt, wird Niederösterreich weitere Personenbetreuerinnen benötigen. Dann wird man darauf angewiesen sein, dass sie möglichst rasch zum Einsatz kommen.“ Darüber hinaus werde es zur Vermeidung von Engpässen und Infektionen notwendig sei, die Tests auf alle Personen auszuweiten, die in Gesundheitsberufen tätig sind.  

Bedauerlich sei die Vorgehensweise jedenfalls für die derzeit bereits tätigen Pflegekräfte sowie für die Angehörigen. „Viele von ihnen haben in den vergangenen Tagen und Woche Unfassbares geleistet und befinden sich am Ende ihrer Kräfte. Da braucht es die helfenden Hände dringender denn je.“ Die Kosten für die Testungen von 231 Pflegekräften seien jedenfalls kein Argument, wie Kollermann betont. Immerhin würden diese nur einen Bruchteil der Reise- und Hotelkosten ausmachen, die von WKO und Land NÖ übernommen werden.