NEOS NÖ: Kinderbetreuung nicht nur aus beruflichen Gründen ermöglichen

09. June 2020

Collini: „Wir wollen kein Kind, aber vor allem auch keine Mütter und Väter zurücklassen.“

Mehr Flexibilität fordert NEOS-Landessprecherin Indra Collini bei der Kinderbetreuung in Niederösterreich. Dass Kindergärten im Sommer nur für berufstätige Eltern öffnen – wie aus Anträgen zur Bedarfsmeldung hervorgehe – gehe zu wenig weit. „Spätestens seit Beginn der Corona-Krise im März weiß die Landesregierung, dass sie das Betreuungsangebot im Sommer ausbauen wird müssen. Umso befremdlicher ist es, wenn ein offizielles Antragsformular Alleinerziehende, Menschen, die Angehörige zuhause pflegen oder in der Krise ihren Job verloren haben und einen neuen suchen müssen, vom Angebot ausgeschlossen werden. Diese Einschränkungen schreiben ein sehr altes Familien- und Rollenbild fort. Denn wieder werden Frauen die Hauptlast tragen“, so Collini. Besonders skurril sei zudem, dass zur Ermittlung des Betreuungsbedarfs eine Beschäftigungsbestätigung des Arbeitgebers einzureichen sei. „Abseits der Tatsache, dass die Bürgerinnen und Bürger nun auch bei der Betreuung zu Bittstellern degradiert werden, stellt sich mir schon die Frage, wie viel Bürokratie es für einen Kindergartenplatz braucht.“

Pädagogisches Gesamtkonzept, das Vereine in die Betreuung miteinbindet

Neben einer Betreuungsmöglichkeit abseits beruflicher Tätigkeit der Eltern fehle weiterhin ein gesamtpädagogisches Konzept, wie Collini ausführt. „Unsere Kindergärten werden hier viel zu oft als bloße Aufbewahrungsstätten verstanden. Dabei muss sich die Politik gerade nach einer für Kinder belastenden Krise die Frage stellen, wie Lücken im sozialen Lernen und Interagieren geschlossen und Ängste aufgearbeitet werden können.“ Zudem brauche es deutlich mehr Bewegungseinheiten. Eine verstärkte Zusammenarbeit der Betreuungseinrichtungen mit örtlichen Sportvereinen müsse laut der NEOS-Landessprecherin endlich umgesetzt werden.