NEOS NÖ: Auffangnetz soll Betriebe vor Insolvenz-Tsunami retten

15. July 2020

Hofer-Gruber: „Die geringe Zahl der NÖ-Insolvenzen im ersten Halbjahr täuscht über die tatsächliche Situation unserer Betriebe hinweg.“

Einen Insolvenz-Tsunami sieht NEOS-Wirtschaftssprecher Helmut Hofer-Gruber bald auf Niederösterreich zusteuern. Die jüngsten Zahlen des KSV, wonach im 1. Halbjahr nur 336 NÖ-Insolvenzen (-25% im Vgl. 1. HJ 2019) verzeichnet worden sind, würden die tatsächliche Situation der Wirtschaft nicht widerspiegeln. „Die Corona-Maßnahmen der Regierung ermöglichen es derzeit, Insolvenzanträge aufzuschieben. Und zwar auch dann, wenn sie notwendig wären. Das bedeutet, dass sich die Insolvenzwelle auf das zweite Halbjahr oder 2021 verlagert und uns das Schlimmste noch bevorsteht. Da könnte es dann auch Betriebe treffen, die standortpolitisch große Bedeutung haben.“

Hofer-Gruber fordert deshalb, auch zum Schutz vor den Interessen außereuropäischer Investoren, einen NÖ-Rettungsschirm für Betriebe. „Ich sehe die Gefahr, dass wir vor allem China in wirtschaftlich turbulenten Zeiten ungewollt zu einer Einkaufstour animieren. Deshalb müssen wir Niederösterreichs forschungsstarke und technologieintensive Unternehmen vor einem Billigausverkauf an außereuropäische Konkurrenten schützen.“ Dem Abgeordneten schwebt eine Auffanggesellschaft vor. Diese solle sich temporär mit Partizipationskapital an Betrieben beteiligen, die durch Corona in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind.

Collini will mit WKO-Rücklagen KMU unterstützen

NEOS-Landessprecherin Indra Collini ortet unterdessen Situationskomik auf Seiten der WKO. „Eine Senkung der Lohnnebenkosten und der Unternehmenssteuern unterschreibe ich sofort. Es ist allerdings absurd, dass gerade die ÖVP-dominierte Kammer das fordert, während die ÖVP selbst seit Jahren in der Regierung sitzt und eine Senkung umsetzen hätte können.  Dazu kommt noch, dass die Kammer mit der Kammerumlage 2 Mitverursacher der hohen Lohnnebenkosten ist.“ Zudem müsse die Kammer endlich die Rücklagen an die Wirtschaft zurückgeben – bevorzugt an KMU, die nicht über entsprechende finanzielle Ressourcen verfügen. „Die ersten Geschäfte haben wieder zugesperrt, nachdem es sich nicht rentiert oder das vorhandene Geld nicht für den Betrieb reicht. Da geht es jetzt also um jeden Cent und um Existenzen.“