NEOS: Niedergelassene Ärzte benötigen dringend Unterstützung

07. April 2020

Kollermann: „Hausärztinnen und Hausärzte können dabei helfen, Spitäler zu entlasten, brauchen aber endlich entsprechende Schutzkleidung.“

Irritiert zeigt sich NEOS-Gesundheitssprecherin Edith Kollermann ob der anhaltend schlechten Versorgung der Landärztinnen und -ärzte mit Schutzkleidung. „Seit bereits vier Wochen wird der niedergelassene Bereich sich selbst überlassen. Denn bis heute haben die Medizinerinnen und Mediziner nicht die Schutzkleidung bekommen, die sie eigentlich für den Umgang mit ihren Patientinnen und Patienten dringend benötigen. Hier wird mit dem Feuer gespielt, denn viele Hausärztinnen und Hausärzte sind systemrelevant und Risikogruppe gleichermaßen“, so Kollermann. So seien deutlich mehr als die Hälfte der Hausärztinnen und -ärzte über 55, jeder Zehnte sogar älter als 60 Jahre.

Neben der Schutzkleidung mangele es auch an weiterer Unterstützung – ein Problem, das die Gesundheitsberufe insgesamt betreffe, wie Kollermann betont. „Da sind unglaublich viele Menschen auf sich allein gestellt. Das betrifft etwa die Erstellung eines Notfallplans, die Abwicklung zusätzlicher Maßnahmen über Telefon und Internet, aber auch die Finanzierung eines Systems, das abrupt runtergefahren wurde. So verzeichnen die Ärztinnen und Ärzte im niedergelassenen Bereich Umsatzeinbußen von bis zu 90 Prozent, die Fixkosten bleiben aber dieselben“, so Kollermann, die hier die Krankenkassen in der Verantwortung sieht, einen Beitrag zu leisten. Sie kündigt für die Sondersitzung des Landtags außerdem einen Antrag an, der – wie in Deutschland – Ausgleichszahlungen für den niedergelassenen Bereich und die Abgeltung von Mehrkosten vorsehe.

Hausärzte in Virusbekämpfung einbinden

Laut Kollermann brauche es jedenfalls einen Schulterschluss der Ärzteschaft, um die Herausforderungen im Kampf gegen das Virus stemmen zu können. „Ziel muss es sein, die Spitäler zu entlasten. Da sind gerade die Hausärztinnen und Hausärzte eine Bereicherung und Ergänzung für den stationären Bereich, weil sie die Lage in den Gemeinden unmittelbar mitbekommen. Dieses Potenzial wird derzeit aber leider gar nicht genutzt“, so Kollermann. Sie fordert, dass der niedergelassene Bereich rasch mit genauen Infizierten-Zahlen aus ihrem Sprengel und den Nachbarsprengeln versorgt wird. Die Ankündigung, wonach die Daten bald über ELGA kämen, wäre nicht ausreichend, da es sich um eine ergänzende, viel zu spät gesetzte Maßnahme handle.