NEOS: Mehr Mittel zur Sicherung der Hausarztstellen

17. August 2020

Kollermann: „Landespolitik steuert sehenden Auges auf den Kollaps der Landarztversorgung zu.“

Die Landarztversorgung in Niederösterreich steht vor dem Kollaps, warnt NEOS-Gesundheitssprecherin Edith Kollermann mit Blick auf 33 unbesetzte Kassenstellen ab Oktober. „Das wird vor allem im Herbst, wenn uns Corona und die Grippe in Schach halten, für Chaos sorgen. Denn sowohl der Druck auf die verblieben Ärztinnen und Ärzte als auch das Aufkommen in den Notfallambulanzen und die damit verbundenen Kosten für das Gesundheitssystem werden steigen. Mit dieser Entwicklung ist eine Totalüberlastung nur eine Frage der Zeit“, so Kollermann.

Mehr Mittel für die Hausarztausbildung und Lehrpraxis-Stellen schaffen

Künftig müsse das Berufsbild des Landarztes stärker ins Bewusstsein junger Studierender gerückt werden. „Die Lehrpraxis während des Studiums kommt hier in der Regel etwas zu spät. Noch dazu hat das Berufsbild ein Imageproblem, denn Dauerverfügbarkeit, wirtschaftliches Risiko und Einzelkämpfertum gefallen nicht jedem.“ Zudem fordert Kollermann, im Rahmen des noch konkret zu beschließenden Budgets 2021, Mittel in die Hausarztausbildung zu lenken. Statt untauglicher und nicht haltbarer Versprechen wie das Modell der "Landarztgarantie" gelte es, den Ärztinnen und Ärzten aus der Praxis zuzuhören. „Die Politik hat nun die Aufgabe, gemeinsam mit der Ärztekammer die mögliche Anzahl der Lehrpraxisstellen für Niederösterreich zu evaluieren und die Plätze durch Übernahme der Personalkosten zu finanzieren. Viele engagierte Hausärztinnen und Hausärzte würden gerne ihre jungen Kolleginnen und Kollegen ausbilden. Das ist aber mit Zeit und Kosten verbunden, für die es Unterstützung braucht.“