NEOS: Agro-PV ist Chance für Umwelt und Landwirtschaft

21. August 2020

Kollermann: „Eine bedeutende Möglichkeit, um Lebensmittel und Strom zu produzieren, ohne zusätzliche Flächen zu versiegeln.“

Um Niederösterreichs Landwirtschaft bestmöglich für die Herausforderungen der Klimaveränderung zu rüsten, fordert NEOS-Umweltsprecherin Edith Kollermann den Einsatz von Agro-Photovoltaikanlagen in Niederösterreich zu prüfen. Ergebnisse aus der Agro-PV-Forschungsanlage in Guntramsdorf würden zwar erst 2021 erwartet, es gäbe aber zahlreiche andere europäische Vorreiter wie die Pionier-Anlage im deutschen Hegelsee oder Anlagen in Frankreich. Dabei zeige sich, dass die Landnutzungseffizienz deutlich steige. „Der Vorteil ist, dass eine Schlüsseltechnologie im Kampf gegen den Klimawandel mit der landwirtschaftlichen Produktion vereint wird. Auf der einen Seite schaffen wir es mit den Paneelen, die Feldfrüchte darunter vor zunehmender Hitze zu schützen und die Verdunstung zu verlangsamen. Auf der anderen Seite ist die Technologie eine wesentliche Alternative zur Grünlandverbauung, die eine weitere Flächenversiegelung verhindert“, so Kollermann, die auf den hohen Anteil der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Niederösterreich an der Gesamtfläche verweist.

Kollermann erwarte allerdings noch einen langen Weg, bis der Einsatz von Agro-PV tatsächlich möglich sei. „Die Energieerzeugung der Zukunft muss gänzlich neu gedacht werden. Die Fortschreibung des bestehenden Systems an Anbietern und Fördermechanismus allein wird den Möglichkeiten nicht gerecht.  Weder die Flächenwidmung noch die Förderpolitik gehen derzeit auf das Thema Agro-Photovoltaik ein. Dass wir hierfür Rahmenbedingungen schaffen wird aber notwendig sein. Sonst rückt das Ziel,den Strom bei steigendem Energieverbrauch bis 2030 aus erneuerbaren Energiequellen zu speisen, in weite Ferne.“